Ganz so schnell wie britischen Medien vermuteten, will sich die Warner Music Group (WMG) noch nicht aus dem Rennen um die EMI Group nehmen lassen. Während die „Sunday Times“ zuletzt noch mutmaßte, dass der US-Major der Private-Equity-Firma Terra Firma kampflos das Feld überlassen würde, hat das vermeintlich ausgebootete Unternehmen tags darauf reagiert.
Man werde weiterhin aktiv ein neues Angebot zur Übernahme von EMI erwägen, ließ die WMG am 11. Juni mitteilen. Damit meldet sich Warner erstmals wieder offiziell in dieser Angelegenheit zu Wort, nachdem der EMI-Vorstand am 21. Mai das Terra-Firma-Angebot seinen Aktionären empfohlen hatte. Damit kündige man aber kein definitives Angebot an, hieß es aus New York. Dennoch will die Agentur Reuters aus informierten Kreisen erfahren haben, dass Warner bis zu Beginn der kommenden Woche eine Offerte vorlegen könnte.
Unklar ist unter anderem, wer bei einem neuen Angebot für die Finanzmittel sorgen wird. Die „Sunday Times“ hatte berichtet, dass zwei der Hauptaktionäre der WMG ihr Interesse an der EMI-Übernahme verloren haben.
Fraglich bleibt auch, wie hoch sich die WMG reizen lassen will. Beobachter hatten in den letzten Wochen immer wieder vermutet, dass Warner wohl 300 Pence pro EMI-Aktie oder mehr investieren muss, um die Briten für den Fall kartellrechtlicher Bedenken abzusichern. Vereinzelte Stimmen gehen nun sogar davon aus, dass man sich in London möglicherweise schon mit einer Offerte im Bereich zwischen 285 und 290 Pence zufriedengeben würde.
Feststehen unterdessen nur zwei Daten: Terra Firma will bis zum 27. Juni Klarheit haben, ob die EMI-Shareholder das 265-Pence-Gebot absegnen. Und die EU-Kommission wird danach bis zum 13. Juli entscheiden, ob es aus wettbewerbsrechtlicher Sicht Einwände gegen den Verkauf gibt.





