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Warner fährt Nettoverlust ein und baut um

Warner Music verbuchte im zweiten Geschäftsjahresquartal Nettoverluste in Höhe von 27 Millionen Dollar. Zudem will Konzernchef Edgar Bronfman das Unternehmen noch mehr auf Effektivität trimmen. Finanzchef Michael Fleisher nimmt dazu bereits Rückstellungen vor.

Die Warner Music Group verbuchte im zweiten Geschäftsjahresquartal bis Ende März Nettoverluste in Höhe von 27 Millionen Dollar – im Vorjahreszeitraum fiel noch ein Minus von sieben Millionen Dollar an. Zudem will Konzernchef Edgar Bronfman jr. das Unternehmen noch mehr auf Effektivität trimmen. Finanzchef Michael Fleisher nimmt dazu bereits Rückstellungen vor. Er rechnet in diesem Zusammenhang für das zweite Fiskalhalbjahr mit Restrukturierungskosten und Abfindungszahlungen in Höhe von 65 bis 80 Millionen Dollar.

Bereits einen Tag vor der Zwischenbilanz hatte es Gerüchte um Umstrukturierungen bei der WMG gegeben – bis zu 400 Mitarbeiter sollen demnach von Streichungen bedroht sein. Diese Zahl bestätigte das WMG-Management in einer gesonderten Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC. Außerdem seien von den Restrukturierungskosten allein 55 bis 65 Millionen Dollar für Abfindungen vorgesehen. Bronfman betonte, die Resourcen der WMG künftig auf Wachstumsbereiche „wie die Digital- und Videodistribution“ konzentrieren zu wollen. Bei gleichzeitigen Kostensenkungen im physischen Geschäft wolle er das Unternehmen so erfolgreich durch die aktuellen Umwälzungen in der Musikwirtschaft führen – „nicht nur im nächsten Jahr, sondern über viele Jahre“.

Von Anfang Januar bis Ende März setzte die WMG mit 784 Millionen Dollar rund zwei Prozent weniger um als im Vergleichszeitraum des Vorjahres; währungsbereinigt lag das Minus bei fünf Prozent. Das Digitalgeschäft steuerte mit 111 Millionen Dollar 14 Prozent aller Umsätze bei und legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23 Prozent zu.

Die operativen Gewinne des Unternehmens sanken von 45 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf nunmehr 19 Millionen Dollar, unter dem Strich fiel ein Nettoverlust von 27 Millionen Dollar oder 0,19 Dollar pro Aktie an.

Dennoch betonte Bronfman auch einzelne positive Aspekte: So habe Warner trotz der schwierigen Marktbedingungen in den beiden weltweit größten Märkten, den USA und Japan, Marktanteile gewinnen können. In Japan habe das Unternehmen zudem bei den Umsätzen prozentual zweistellig zugelegt.

Für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres weist die Warner Bilanz bei Umsätzen von 1,712 Milliarden Dollar (minus sieben Prozent zum Vorjahreszeitraum) einen Nettoverlust von neun Millionen Dollar aus.

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