Recorded & Publishing

Warner Austria kooperiert mit der Post

Trotz der Libro-Krise lieferte Warner Music Austria mehr als 40.000 Exemplare der 18. Folge des Samplers „Ö3 Greatest Hits“ aus: Dabei half ein exklusiver Deal mit der Post. musikwoche de sprach mit dem stellvertretenden Warner-Geschäftsführer Manfred Wodara und mit Vertriebschef Günter Unger.

Trotz der Libro-Krise lieferte Warner Music Austria mehr als 40.000 Exemplare der 18. Folge des Samplers „Ö3 Greatest Hits“ aus: Dabei half ein exklusiver Deal mit der Post. musikwoche de sprach mit dem stellvertretenden Warner-Geschäftsführer Manfred Wodara und mit Vertriebschef Günter Unger.

„Da durch das Libro-Debakel die Gefahr entstand, dass nicht alle, die dieses Produkt kaufen wollen, die Möglichkeit dazu haben, musste ein alternativer Vertriebsweg gefunden werden“, erläutert Manfred Wodara, Deputy Managing Director Warner Music Austria.

Deshalb suchte das Unternehmen nach einer alternativen Vertriebslösung: „Mit der österreichischen Post ist uns das, glaube ich, sehr gut gelungen. Allein über den Vertriebsweg mit 1700 Postämtern konnte die Folge 18 mit Platin ausgeliefert werden.“ An jedem Postschalter seien nun entsprechende Displays mit dem Produkt zu finden. Außerdem gebe es zusätzlich zu einer landesweiten Rundfunkkampagne auch vor Ort in den Postämtern Plakat- und Gewinnspielaktionen.

Warner-Sales-Director Günter Unger ergänzt zum Hintergrund der Kooperation: „Getreu dem Post-Slogan ‚Die Post bringt allen was‘ kann somit die Nahversorgerfunktion von Libro bestens kompensiert werden. Sollte sich dieses Projekt als erfolgreich herausstellen, wovon wir natürlich ausgehen, haben wir bereits weitere Projekte im Köcher.“ Dafür sicherte sich Warner nach Informationen Ungers bis zum Ende des laufenden Jahres die exklusive Partnerschaft der österreichischen Post. Wodara meint: „Es wäre schön, wenn sich dieses Tool als gangbare und vernünftige Alternative herausstellen würde, dann wären sicher auch Mitbewerber an dieser Möglichkeit interessiert. Wir werden zunächst abwarten, wie der Konsument reagiert.“

Zur Situation im traditionellen Handel nach dem erneuten Konkurs der Libro AG sagt Wodara: „Wir gehen davon aus, dass es Nachfolger geben wird, die diese eingeführte und vor allem vom Österreicher gelernte Marke im Tonträgerbereich nicht einfach brach liegen lassen.“ Außerdem sei Libro nicht daran zu Grunde gegangen, dass in den Outlets der Handelskette zu wenig Tonträger verkauft wurden. „In der Zwischenzeit gilt es eben, kreativ und findig zu sein.“

Vertriebsmann Unger weist zudem aktuelle Spekulationen von Branchenbeobachtern zurück: „Das hartnäckige Gerücht, dass Tonträgerfirmen in den Handel einsteigen könnten, kann ich jedenfalls nicht bestätigen.“ Vielmehr erwartet Unger, dass der traditionelle Fachhandel die derzeitige Situation zu seinen Gunsten nutzt: „Ich sehe wieder gestiegene Chancen für den Fachhandel, auf sich aufmerksam zu machen und dieses Vakuum ein wenig zu füllen.“

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