Die Börsen in New York und London reagierten umgehend auf die Neuigkeiten um EMI, Warner Music und Terra Firma. Während der Kurs der Briten leicht sank, kehrte die Warner-Aktie zurück in gewohnte Preisregionen.
Am Ende des Handelstags am 18. Juli notierte die EMI Group mit einem Kurs von 261,75 Pence knapp zwei Prozent niedriger als am Vortag. Dabei wurden fast elf Mal so viele Anteilsscheine gehandelt als an einem Durchschnittstag innerhalb der letzten drei Monate. Die Hoffnung auf ein höheres Übernahmeangebot als die 265 Pence von Terra Firma verflüchtigt sich bei den Anlegern also zusehends.
Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ unterdessen der Druck auf die Papiere der Warner Music Group (WMG) merklich nach. Die Aussicht auf eine zusätzliche Verschuldung des Majors in Folge einer teuren Übernahme von EMI drückte seit Wochen auf den Kurs, der zuletzt den absoluten Tiefstwert von 13,17 Dollar erreichte. Am 18. Juli legte die WMG-Aktie ordentlich zu und schloss bei einem Kurs von 15 Dollar mit fast neun Prozent im Plus.
Auch an der New Yorker Börse lag das Handelsvolumen deutlich über den Durchschnittswerten der letzten drei Monate. Für die WMG-Aktionäre ist dies der erste spürbare Aufwind seit dem Frühjahr. Seit Terra Firma im Mai sein Angebot für EMI vorgelegt hatte, stürzte die Warner-Aktie um mehr als 20 Prozent ab. Zwischen Anfang November 2006 und Mitte Juli brach der Kurs sogar um gut 50 Prozent ein.
Der Grund für die Ängste der Anleger leuchtet ein, wenn man sich vor Augen hält, welche finanziellen Risiken Warner hätte eingehen müssen, um Terra Firma zu überbieten. Die Offerte der Buyout-Spezialisten bewertet die EMI Group ungefähr mit einem 19-Fachen des operativen Cashflow. Das Investorenkonsortium, das Warner Music im Jahr 2004 übernommen hatte, musste nur ein Achtfaches des Cashflow bezahlen.





