Recorded & Publishing

vote/quote: Vorab-Downloads spalten die Branche

Die abgelaufene Onlineumfrage von MusikWoche belegt, dass mehr als 40 Prozent der Teilnehmer in Vorab-Downloads den endgültigen Todesstoß für den Singles-Markt sehen. Doch es gibt auch zahlreiche Befürworter des Formats.

Die Liste der Partnerschaften zwischen Künstlern und ihren Plattenfirmen auf der einen und Shopbetreibern aus dem Mobil- oder Downloadgeschäft auf der anderen Seite wächst beständig: Was bei den Vorab-Downloads einer Single von Kylie Minogue vor rund einem Jahr oder dem späteren Schulterschluss zwischen Robbie Williams und T-Mobile aber noch einen Aufschrei des stationären Fachhandels bewirkte, gehört anscheinend längst zum Tagesgeschäft: Mittlerweile veröffentlichen auch Acts wie Kante oder The Strokes manche Stücke exklusiv im Digitalvertrieb, doch eine Welle der Empörung darüber bleibt aus – zumindest öffentlich.

Die abgelaufene Onlineumfrage von MusikWoche belegt, dass mehr als 40 Prozent der Teilnehmer in Vorab-Downloads den endgültigen Todesstoß für den Singles-Markt sehen. EMI schätzt die Lage allerdings anders ein: Downloads, Klingeltöne und Ringback-Tones würden „einen neuen Singles-Markt“ schaffen, erklärt Eric Nicoli, Chairman & CEO EMI Recorded Music, im Zwischenruf auf Seite 16. Habe sich die Singles-Vermarktung zuletzt zum Minusgeschäft entwickelt, so entstehe nun „ein einträglicher Profitbringer für Unternehmen und Künstler“.

Ähnlich sieht das jeder vierte Teilnehmer an der MusikWoche-Umfrage: Die wachsende Zahl an Vorab-Downloads sei eine längst überfällige Entwicklung in die richtige Richtung; immerhin 20 Prozent halten sie für ein zulässiges Instrument, um die Verkäufe von Alben anzuschieben, und fast 14 Prozent halten die frühere Aufregung im Handel für übertrieben.