Selten war ein Urteil bei einer vote/quote-Umfrage so eindeutig. Denn die Frage, ob Preissenkungen bei Musik-DVDs erforderlich seien, da die Kunden den Preisunterschied zu günstigeren Spielfilm-DVDs nicht nachvollziehen könnten, beantworteten über 70 Prozent mit einem klaren Ja. Dagegen forderten nur 14,3 Prozent keine Reduzierung der Preise, da Musiktitel im Gegensatz zu Filmen Erstauswertungen sind. „Man vergleicht hier Äpfel mit Birnen“, meint Uwe Lerch, Vice President e-m-s music. „Viele Spielfilme haben eine deutlich günstigere Kostenstruktur als Musik-DVDs, an denen sich viele Parteien satt essen wollen.“
Schließlich hätten sich die Kosten beim Spielfilm in der Regel schon durch den Kino-Einsatz gerechnet, sodass sich die Aufwendungen für Movie-DVDs auf Menüs, Soundoptionen und die Integration von zusätzlichem, bereits gedrehtem Material beschränkten. Bei einer Live-DVD hingegen sei ein „ganzer Rattenschwanz“ von Mehrkosten zu beachten, die sich aus Live-Recording, Audio- und Video-Nachbearbeitung sowie Lizenzen an Musiker, Veranstalter und GEMA ergäben.
Und Christoph Kairat, Head of Sales & Marketing bei Studio Hamburg Fernseh Allianz (FA), ergänzt: „Wegen der viel engeren Zielgruppen für ältere Musikaufnahmen werden weitaus geringere Stückzahlen gefahren als bei Blockbustern.“ Zudem seien nicht nur die Lizenzen bei Musik-DVDs überaus kostenintensiv, sondern die Klärung selbst erfordere einen hohen Aufwand.
In der aktuellen Umfrage auf musikwoche.de können Sie wieder Ihre Meinung zu einem Branchenthema abgeben. Ein Klick genügt. Das aktuelle Thema: Die Drogeriekette Müller will nur noch die Top 10 der Singles-Charts zum Verkauf anbieten – ein Abgesang auf die Single?






