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vote/quote: Kritik an Karstadt-Rabatten

Die Rabattaktion, bei der Karstadt jüngst einige Toptitel aus dem Hause EMI zu Preisen unter fünf Euro verkaufte, hat für heftige Diskussionen in der Branche gesorgt.

Die Rabattaktion, bei der Karstadt jüngst einige Toptitel aus dem Hause EMI zu Preisen unter fünf Euro verkaufte, hat für heftige Diskussionen in der Branche gesorgt. Die vote/quote-Umfrage auf www.musikwoche.de unterstreicht, dass das Thema nach wie vor brisant ist: Zwar lehnen über 60 Prozent der Befragten den Dreh an der Preisschraube und Rabattaktionen ab – mit der Begründung, dass extremes Preismarketing das Wertempfinden der Konsumenten verderbe und Charts-CDs für 4,99 Euro nur Schnäppchenjäger erreichen.

Andererseits spricht sich mehr als ein Viertel aller Teilnehmer eindeutig für solche Aktionen aus und zwar mit dem Argument, Kampagnen wie diese seien zur Verkaufsförderung einfach nötig. Heiko Volkmer, Geschäftsführender Gesellschafter Radio-Vision, lehnt sowas ab: „Nun geht es der Musikindustrie seit Jahren gleichbleibend schlecht – aber alles, was sie zur Diskussion stellt, ist eine Preisspirale nach unten, und das bei ihren Zugpferden, den Chartstiteln. Haben die Manager denn nichts auf der Uni gelernt?“ Er findet, Top-Titel müssten teurer verkauft werden als etwa Newcomer oder Nischenthemen – nach Angebot und Nachfrage.

„Damit leben die Reisebranche und die Ölmultis seit Jahrzehnten gut, und das würde auch bei Tonträgerfirmen funktionieren.“ Auch der Handelsverband HAMM kritisiert die Karstadt-Aktion. „Wir halten dieses Preisniveau für marktpolitisch falsch und fordern die Hersteller auf, auf ein für den Konsumenten nachvollziehbares Preismodell zu achten“, erklärt HAMM-Geschäftsführerin Nina Krogmann.