Mit zweistelligen Wachstumsraten mauserte sich das Hörbuch in den vergangenen Jahren zum interessanten Nischenthema für den Fachhandel. Allerdings profitierten bislang vor allem Buchhändler vom Umsatzplus rund um die Audiobooks: „Der stationäre Buchhandel hält über 60 Prozent besetzt“, erklärte kürzlich Simone Mühlhauser vom Arbeitskreis der Hörbuchverlage im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der Tonträgerhandel folge nach Marktanteilen erst hinter Onlineportalen und Versandhandel auf dem vierten Rang.
Allerdings unterscheiden sich die Marktanteile von Anbieter zu Anbieter: Während Lübbe Audio mit dem Vertriebspartner SPV nach eigenen Angaben bereits jedes vierte Hörbuch über den Musikhandel absetzt, gaben nur 2,5 Prozent aller Kunden des Marktführers Hörverlag an, ihre Audiobooks im Tonträgerhandel gekauft zu haben; die große Mehrheit versorgte sich über den Buch- und Versandhandel. Auch für die Teilnehmer der abgelaufenen Onlineumfrage von MusikWoche ist das Thema klar: Mehr als 40 Prozent sehen den Buchhandel und die Onlineversender als einzige Nutznießer der Zuwächse im Bereich Hörbuch.
Knapp 30 Prozent finden zudem, dass sich mit den bislang erst wenigen Regalmetern, die der klassische Tonträgerhandel den Audiobooks einräumt, noch kein Trend gestalten lasse. Ebenfalls 30 Prozent rechnen allerdings auch im Tonträgergeschäft mit Zuwächsen dank stärkerer Hörbuchverkäufe. Vertriebe und Händler würden die sich bietenden Chancen des Hörbuchformats zunehmend nutzen.
In der aktuellen Umfrage auf musikwoche.de können Sie wieder Ihre Meinung zu einem Branchenthema abgeben. Ein Klick genügt. Die aktuelle Frage lautet: Oomph! müssen leider draußen bleiben: Ist die Entscheidung von TV- und Radiosendern nachzuvollziehen?






