Mit einer ungewöhnlich hohen Quote von 82,2 Prozent spricht sich die Branche gegen die Entscheidung von RTL aus, die Band Oomph! von der Echo-Gala wie auch der Charts-Show „Top Of The Pops“ auszuschließen.
Die abgelaufene vote/quote-Umfrage auf www.musikwoche.de nahm sich des Themas an und fragte die Teilnehmer, ob sie die Entscheidung einiger TV- und Radiosender nachvollziehen könnten, die Single „Gott ist ein Popstar“ nicht einzusetzen. Nein, sagten 83,3 Prozent aller User und werten die Ausladung als einen Akt der Zensur. Nur 13,3 Prozent wollten der Band unterstellen, dass die Ausladung dennoch ihren Zweck erfüllt habe, da Oomph! die vermeintlich gewünschte PR bekommen hätten. Und schließlich waren es lediglich 4,5 Prozent, die das Verhalten der Sender begrüßen.
RTL will die Vorfälle auf Anfrage von MusikWoche jedoch nicht weiter kommentieren und bleibt bei der offiziellen Stellungnahme: „Im Kontext der aktuellen, internationalen religiösen Diskussionen und im Lichte einer allgemeinen Verantwortung sehen wir eine Aufführung des Songs ‚Gott ist ein Popstar‘ sehr skeptisch, ja als nicht zu verantworten.“
Doch genau gegen diese Auffassung liefen die User von vote/quote Sturm. „Dass die Band Oomph! nicht im Radio oder TV gespielt wird, empfinde ich persönlich als Akt der Zensur“, erklärt etwa Oomph!-Fan Sabrina Höpfner. Und Oliver Sitt, Vice President A&R VIP Media Group urteilt: „Dass die Popmusik und ihre Branche fundamentale Grundwerte wie Kunst- und Meinungsfreiheit opfert, ist beschämend und unwürdig.“
Zuspruch erhält die Band indes von Kollegen, wie Oomph!-Sänger Dero berichtet: „Auf der Echo-Party haben wir viele Musikerkollegen getroffen, die über unseren Rausschmiss aus der Sendung nur den Kopf schütteln konnten. Das bestärkt uns in der Meinung, dass man sich durch diese neuen Zensur-Maßstäbe nicht mundtot machen lassen darf.“






