Recorded & Publishing

vote/quote: Branche gegen Singles-Entwertung

Ein Vorstoß der Handelskette Müller, künftig nur noch die Top Ten der Singles-Charts zu listen, findet nicht viel Zustimmung. Denn auf die Frage, ob sich hinter dieser Aktion ein Abgesang auf die Single verberge, reagierte eine deutliche Mehrheit von 43,5 Prozent mit Kritik, da sie Nachteile für Newcomer sieht.

Ein Vorstoß der Handelskette Müller, künftig nur noch die Top Ten der Singles-Charts zu listen, findet nicht viel Zustimmung. Denn auf die Frage, ob sich hinter dieser Aktion ein Abgesang auf die Single verberge, reagierte eine deutliche Mehrheit von 43,5 Prozent mit Kritik, da sie Nachteile für Newcomer sieht. Weil diese sich häufig in den unteren Rängen platzieren, würden sie fortan noch weniger Platz in den Regalen bekommen und deswegen geringere Chancen erhalten. Am anderen Ende der Skala bewegt sich mit 16,4 Prozent eine Fraktion, die den Vorstoß von Müller für konsequent und richtig hält. Denn dieses Format ist ihrer Meinung nach irrelevant. Dabei berufen sie sich nicht zuletzt auf die aktuellen Zahlen aus Deutschland und anderen europäischen Märkten, bei denen die Singles-Verkäufe in den vergangenen Jahren beständig zurückgingen.

Georg Roth, Vertriebsleiter Q-Vertrieb und A&R-Manager beim Label Unlimited Sounds, argumentiert: „Mit der Aktion schießt Müller weit über das Ziel hinaus und wird sich bestimmt noch eines Besseren belehren lassen. Aber eine Reform der Top 100 ist notwendig. Hundert Titel brauchen wir wirklich nicht mehr.“ Er schlägt stattdessen eine Liste mit nur 40 Plätzen vor, in der ältere Titel schneller bereinigt werden. „Damit bekäme man wieder Schwung, mehr Aktualität und etwas höhere Spannung in die Charts.“ Ein gutes Viertel aller Voter sieht die Zukunft der Single im Trackdownload, weswegen die Pläne, die Verkaufsfläche für Singles zu reduzieren, letztlich nicht ins Gewicht fielen.

In der aktuellen Umfrage auf musikwoche.de können Sie wieder Ihre Meinung zu einem Branchenthema abgeben. Ein Klick genügt. Das aktuelle Thema: Die Halbjahreszahlen des Bundesverbandes weisen trotz eines negativen Vorzeichens auch positive Aspekte auf. Stimmt das mit ihren eigenen Beobachtungen überein?