Recorded & Publishing

Volker Putzmann über die Musikindustrie

Beim Marketingkonzepot von New Yorker spielt Musik eine wichtige Rolle. Deswegen setzt Volker Putzmann auf eine enge Kooperation mit den Plattenfirmen.

“Die Probleme der Musikindustrie sind zwar nicht hausgemacht, aber sie hat es versäumt, aus Internet und E-Commerce rechtzeitig ein rentables Geschäftsmodell zu entwickeln. Dennoch ist die Leidenschaft für Musik ungebrochen, sie wird für die Menschen immer ein Teil ihres Lebens sein, das merken wir auch in unseren Shops. Wir werden immer auf Musik setzen.“

„Unsere in den Filialen von New Yorker erhältiche Kopplung kaufen Leute, die sonst nicht unbedingt Compilations kaufen oder überhaupt noch den klassischen Tonträgerhandel aufsuchen würden. Die Leute, die bei uns in den Läden eine CD kaufen, sind die klassischen Konsumenten, die Zusatzkäufe machen. Denn bei uns werden sie gezielt auf das Produkt hingewiesen. Damit wecken wir die sogenannten Sleeper wieder auf.“

„Und für die Künstler wie Labels ist es wichtig, über diesen zusätzlichen Vertriebskanal weitere Tantiemen und Lizenzgebühren zu erhalten.“

„Bevor wir bei der Compilation ans Geschäft denken – denn letztlich sind die Einnahmen daraus nur ein Zusatzgeschäft – steht für uns immer die Glaubwürdigkeit im Vordergrund. Die Marken müssen zueinander passen.“

„Bei New Yorker sind im vergangenen Jahr 185 Millionen Leute durch die Stores gegangen, das sind pro Monat 15 Millionen. Und wenn die intensiv auf ein Produkt oder einen Künstler aufmerksam gemacht werden, ergibt sich daraus automatisch ein positiver Effekt für die Musikbranche. Aus unseren Marktforschungen wissen wir, dass unsere Kunden verschiedenen Gruppen zuzuordnen sind. Manche hören Dance, manche aber auch Alternative Rock. Deswegen beschränken wir uns nicht nur auf Dance. Wir sind etwa mit edel eine Kooperation eingegangen, um die Band Ash zu fördern, die viele Leute dann bei uns zuerst entdeckt haben. In einem normalen Plattenladen hätte Ash bei der Vielzahl der Produkte dort nicht so eine Aufmerksamkeit bekommen.“

„Bei uns gehen die Leute nicht in den Laden, um Klamotten zu kaufen, das wissen wir aus den Studien. Von den 185 Millionen erwerben dann nämlich nur 18,5 Millionen ein New-Yorker-Produkt. Sie wollen Musik hören oder sich darüber informieren.“ „Wir haben eine sehr enge Verbindung zur Musik. Musik ist Mode und Mode gehört zur Musik.“