Der finanziell schwer angeschlagene Mischkonzern Vivendi Universal (VU) legte am 25. September sein Programm zur Restrukturierung und zum Schuldenabbau vor. Der Messier-Nachfolger und Konzernchef Jean-René Fourtou will das Entertainment-Geschäft sogar noch weiter ausbauen. Das „neue Vivendi Universal“ soll ein Unterhaltungsunternehmen mit Schwerpunkt auf der Schaffung von Inhalten für Endkonsumenten sein. Nebengeschäftsfelder des Konzerns sind künftig Telekommunikation (Cegetel) und Wasser- und Energieverorgung (Vivendi Environment). Die Wandlung vom Versorger hin zum Medienkonzern sei nicht mehr umkehrbar sagte Fourtou in Paris: „Das ist ein Markt, in dem wir weltweit unter den Marktführern sind.“ Dennoch muss VU in den nächsten 18 Monaten zwölf Milliarden Euro an Schulden abbauen. Bewerkstelligen will Fourtou dies durch den Verkauf von Minderheitsbeteiligungen. Dazu zählen unter anderem die Aktivitäten von Canal+ und der Telekommunikationsfirmen außerhalb Frankreichs, alle Internetbeteiligungen und das Verlagsgeschäft. Die Ursachen der Schulden seien identifiziert und würden nun beseitigt, so Fourtou. „Wir lassen die Krise hinter uns.“ Mit dem Festhalten an Vivendi Universal Entertainment (VUE) enttäuscht Fourtou vorerst die Hoffnungen der US-Investoren und des größten Einzelaktionärs, der Bronfman-Familie. Die hatten bis zuletzt erwartet, dass VU den Bereich VUE abspaltet und in den USA an die Börse bringt. Mit einem Halbjahresumsatz von rund 2,9 Milliarden und einem operativen Gewinn von 169 Millionen Euro trägt Universal Music 37 Prozent zum gesamten Entertainment-Umsatz bei VU bei.
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