Nach der vollständigen Übernahme der Universal Music Group will Konzernmutter Vivendi Universal (VU) nun auch im Bereich Publishing zulegen. CEO Jean-Bernard Lévy kündigte im Rahmen eines Gesprächs mit Analysten an, dass die Universal Music Publishing Group demnächst durch Zukäufe wachsen soll. Man wolle mehrere bedeutende Verlage übernehmen, sagte Lévy. Diese Aufkäufe sollen noch in diesem, spätestens im kommenden Jahr über die Bühne gehen. „Unser weltweiter Marktanteil im Verlagsgeschäft ist nach unseren Berechnungen nicht einmal halb so groß wie der im Tonträgergeschäft“, begründete Lévy seine Ambitionen.
Es gebe da einige wichtige Publishing Assets, die seiner Ansicht nach nicht besonders solide gemanagt werden und die VU und UMP gerne übernehmen würden. Laut den aktuellsten Marktanalysen von Morgan Stanley liegt der Musikverlag von Universal mit 12,5 Prozent Marktanteil gleichauf mit BMG Music Publishing an dritter Stelle weltweit. Marktführer ist EMI Music Publishing mit 19,7 Prozent Marktanteil, gefolgt von Warner/Chappell mit 15,5 Prozent. Schlusslicht der Majorverlage ist Sony/ATV mit nur 7,4 Prozent.
Bereits im Oktober 2005 kündigte das Universal-Management im Rahmen einer Investorenkonferenz in London an, den Jahresumsatz im Bereich Publishing bis Ende 2010 um 25 Prozent auf 500 Mio. Dollar steigern zu wollen. Zum projektierten Wachstum sollen vor allem neue digitale Auswertungsformen wie Downloads, mobile Formate und Satellitenradio beitragen. Den Löwenanteil zum Gesamtumsatz tragen mit 55 Prozent derzeit die mechanischen Rechte bei, wobei die Erträge aus den sinkenden Tonträgerverkäufen durch Mechanicals von Klingeltönen und Realtones kompensiert werden. 31 Prozent der UMP-Einnahmen stammen aus Aufführungsrechten, elf Prozent kommen durch die Verwertung von Synch-Rechten in Werbung, Film, TV, Computerspielen, Videos oder Spielwaren in die Kassen.






