Während bei HMV die enttäuschenden Zahlen aus dem Weihnachtsgeschäft den Aktienkurs in den Keller zogen, lief es beim Mitbewerber Virgin Megastores vergleichsweise gut: Die Saisonumsätze in Großbritannien und Irland lagen in den fünf Wochen bis zum 7. Januar mit 2,9 Prozent im Plus. Statt wie im Jahr davor 91 Mio. Pfund oder umgerechnet 133 Mio. Euro machte Virgin im letzten Weihnachtsgeschäft insgesamt 93,6 Mio. Pfund (137 Mio. Euro) Umsatz. Flächenbereinigt stiegen die Einnahmen sogar um 3,1 Prozent auf 82,1 Mio. Pfund (120 Mio. Euro). Dieser Wert ist niedriger, da Virgin im Jahr 2005 von einst 134 auf nur noch 123 Filialen schrumpfte.
Am stärksten wuchs das Virgin-Geschäft in der Fünfwochenspanne mit Games – und zwar um 32 Prozent. Die DVD-Umsätze legten um 4,8 Prozent zu und das Musikgeschäft machte immerhin kein Minus – hier lagen die Zuwächse allerdings bei kaum messbaren 0,1 Prozent.
Doch übers gesamte Jahr betrachtet musste Virgin Megastores deutlich Federn lassen. In den 26 Wochen bis zum 7. Januar sanken die Einnahmen im Jahresvergleich um 9,3 Prozent. Deshalb gibt Managing Director Simon Douglas, der erst zur Jahresmitte 2005 von HMV zu Virgin wechselte, auch eine verhaltene Prognose aus: Das eben begonnene Jahr werde wieder genauso hart wie das zu Ende gegangene. „Da machen wir uns keine falschen Hoffnungen.“ Zwar habe man regional wie z.B. in Irland grandiose Fortschritte machen können, doch speziell die Virgin-Filialen in Londons teuren Spitzenlagen haben weiter zu kämpfen. Die Terrorattentate im September 2005 und die gestiegenen Preise für City-Maut und Nahverkehr würden den einst so attraktiven Shoppingvierteln im Innern der Stadt heftig zusetzen.





