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Viel Spekulationen zur Majorfusion

Derzeit herrscht Schweigen im Fusionspoker zwischen EMI und Warner, doch hinter den Kulissen rumort es. EMI werde aus der Balz um die Braut aussteigen, sollte sich das Management in New York zu lange zieren. Und bei der Belegschaft geht die Angst vor der Kündigungswelle um.

Derzeit herrscht Schweigen im Fusionspoker zwischen EMI und Warner Music, doch hinter den Kulissen rumort es kräftig. EMI werde aus der Balz um die amerikanische Braut aussteigen, sollte sich das Management in New York zu lange zieren.

Angeblich soll EMI zwar bereit sein, im Höchstfall bis zu 32 Dollar pro Warner-Aktie zu bieten, doch schon bei der Präsentation der Jahreszahlen am 23. Mai erklärte Chairman Eric Nicoli seinen Aktionären, dass er Warner nicht zu jedem Preis kaufen will: „Wir glauben auch weiterhin daran, dass ein Erwerb von Warner Music durch EMI für die Anteilseigner beider Seiten sehr attraktiv ist, wollen diese Transaktion aber nur dann durchführen, wenn sie unseren Aktionären auch tatsächlich Wertzuwachs und Gewinnpotenzial verspricht.“ Zahlen nannte Nicoli in diesem Zusammenhang nicht.

Ein EMI-Insider verriet schon zuvor der „Mail“, dass der erwartete Deal auch platzen kann, sollte sich nicht bei allen Beteiligten innerhalb der kommenden Wochen Vernunft einstellen.

Einige institutionelle Investoren hatten dem EMI-Management bereits signalisiert, dass man von der Fusion nicht zu hundert Prozent überzeugt sei. Gleichzeitig wächst bei den Belegschaften auf beiden Seiten des Atlantiks die Angst vor einer Kündigungswelle. Über 2000 Mitarbeiter könnten im Zuge des Zusammenschlusses ihre Arbeitsplätze verlieren, fürchten Experten. Bei EMI arbeiten derzeit rund 6600 Angestellte, Warner beschäftigt etwa 4000 Mitarbeiter.

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