Ein Urteil des Landgerichts Mannheim führte in der Frage, ob die estnische Gruppe Vanilla Ninja seit dem Sommer 2005 einen gültigen Vertrag mit der Kölner EMI hat, oder ob sie nach wie vor an das Label Bros Music des Produzenten David Brandes gebunden ist, kurzfristig zu Verwirrung und Verunsicherung.
In dem Mannheimer Verfahren ging es um Geldforderungen aus einem Vertrag, mit dem das estnische Label Top Ten die Rechte an Vanilla Ninja an Bros Music abgetreten hatte; Top Ten sollte einen Override erhalten. Da die Zahlungen nicht erfolgten, so Top-Ten-Anwalt Ingo Frieters, habe man sie zunächst mehrmals angemahnt, um dann den Vertrag mit Bros Music wegen Zahlungsverzug zu kündigen und die Zahlung der ausstehenden Lizenzen einzuklagen. Anwalt Frieters weist darauf hin, dass es sich hierbei um Vorgänge aus dem Jahr 2004 handelt. Das Landgericht Mannheim stellte nun fest, dass Bros Music zahlen müsse, da der damalige Vertrag gültig gewesen sei. Laut Frieters habe wegen des Zahlungsverzugs ein Kündigungsgrund vorgelegen, den Top Ten auch umgesetzt habe.
Daraus lässt sich schließen, dass der neue Vertrag, den Vanilla Ninja mit EMI im Winter 2005 geschlossen hat, durchaus Bestand hat, auch wenn Produzent Brandes das womöglich anders sieht. Brandes hatte in der Vorwoche angekündigt, er werde gegen EMI gerichtlich vorgehen – in Köln sei indes von einer Klage nichts bekannt, sagt Heike Heimann, VP Business & Legal Affairs/Corporate Communications.






