Obwohl die deutsche Tonträgerbranche mit einem zweistelligen Minus ins zweite Halbjahr ging, lassen zumindest die bundesweiten Absatzzahlen einzelner Hit-Alben auf ein weiterhin vorhandenes Interesse der Konsumenten am Gut Musik schließen. In den USA gingen von den fünf bestverkauften Alben in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres nur halb so viele Exemplare über die Ladentheken wie von den fünf Bestsellern im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.
Für die ersten drei Quartale zeichnet sich in Deutschland dagegen ein anderes Bild ab: Aufgerechnet liegen die Absatzzahlen der Toptitel des laufenden Jahres bis Quartalsende nur um rund 50.000 Stück unter denen des Vorjahreszeitraums. Die Auflistung orientiert sich am Abschneiden der CDs nach Angaben der Quartalsauswertung von media control. musikwoche.de fragte in der Branche nach Verkaufszahlen der einzelnen Titel oder schätzte – wo nötig – die ausgelieferten Exemplare anhand der verliehenen Edelmetalle.
Trotzdem erwartet die Branche zum Jahresende ein Umsatzminus zwischen zehn und 15 Prozent. Im Gespräch mit musikwoche.de setzte indes Wingolf Mielke, Executive Vice President & General Manager Sony Music GSA, große Hoffnungen auf Kopierschutzvorrichtungen: „Wenn sich erstmal europaweit alle Firmen einig sind, dass unsere Produkte kopiersicher sein müssen, dann haben wir einen entscheidenden Faktor für das Minus eliminiert: die Casual Piracy.“
2000
Santana Supernatural: 830.000* Stück
Bon Jovi Crush:640.000* Stück
Britney Spears Oops!… I Did It Again: 600.000* Stück
Him Razorblade Romance: 300.000** Stück
Metallica S&M: 200.000* Stück
Gesamt: 2.570.000
2001
No Angels Elle“Ments: 750.000* Stück
The Beatles 1: 600.000** Stück
Rammstein Mutter: 450.000** Stück
Dido No Angel: 420.000* Stück
Robbie Williams Sing When You’re Winning: 300.000** Stück
Gesamt: 2.520.000
Alle Angaben bis September des jeweiligen Jahres. Quelle: Firmenangabe, *Schätzung nach Edelmetallen bis KW39






