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US-Urheber reagieren im Tantiemenstreit auf politischen Druck

Im Streit um die deutlich erhöhten Tantiemensätze für US-Webcaster zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die Verwertungsgesellschaft SoundExchange schlägt nun vor, dass kleine Webradios von der Gebührenerhöhung ausgenommen werden sollen.

Im Streit um die vor kurzem deutlich erhöhten Tantiemensätze für US-Webcaster zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die Verwertungsgesellschaft SoundExchange schlägt nun vor, dass kleinere Webradioanbieter von der Gebührenerhöhung ausgenommen werden sollen.

Das Versöhnungsangebot von SoundExchange ist eine Reaktion auf den politischen Gegenwind, der sich in den letzten Wochen gegen die Tantiemenreform erhoben hat. Zwei Parlamentarier hatten Ende April im Kongress einen Gesetzentwurf eingebracht, der die umstrittene Tantiemenschlichtung des Copyright Royalty Board (CBR) annullieren und die Webcaster mit Satellitenradios gleichsetzen würde.

Um dies zu verhindern, reicht SoundExchange nun kleineren Webcastern die Hand. Wer pro Jahr weniger als 1,25 Millionen Dollar mit seinem Angebot umsetzt, soll nicht unter dem neuen Progressionsmodell zur Kasse gebeten werden. Stattdessen sollen bei Umsätzen bis zu 250.000 Dollar zehn Prozent der Bruttoeinnahmen an die Urheber abgeführt werden, und wer zwischen 250.001 und 1,25 Millionen Dollar umsetzt, soll zwölf Prozent seiner Einnahmen an SoundExchange überweisen.

Gemäß der verbindlichen Neuregelung des CRB werden Webcaster nun folgendermaßen abgerechnet: Rückwirkend für das Jahr 2006 wurden 0,08 Cent für jeden Song veranschlagt, der an einen Hörer gestreamt wurde. Im laufenden Jahr sollen es bereits 0,11 Cent sein – in den Folgejahren soll der Tarif dann auf 0,14, 0,18 und schließlich 0,19 Cent im Jahr 2010 steigen. Obendrein fällt eine Standardgrundgebühr von 500 Dollar pro Webcaster an. Für viele Webradios bedeutet dies, dass die Tantiemenlast in den kommenden fünf Jahren zwischen 300 und 1200 Prozent steigt.

Doch John Simson, Executive Director von SoundExchange, lenkte nun ein: „Die Künstler und Labels bieten deshalb einen Tarif an, der unter den marktüblichen Konditionen liegt und kleine Webcaster unterstützt, weil der Kongress deutlich gemacht hat, dass er diese Marschrichtung in den kommenden Jahren unterstützen wird. Wir betrachten das als unseren Beitrag zur Marktentwicklung dieser Anbieter.“

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