Während sich die führenden amerikanischen Radiosender auf Bundesstaatsebene noch mit der New Yorker Staatsanwaltschaft wegen Payola-Verdacht im Infight befinden, versuchen die größten Sendergruppen die Bundesbehörde FCC (Federal Communications Commission) mit Ablasszahlungen ruhig zu stellen. Die Sender bieten der US-Medienaufsicht Vergleichszahlungen in Millionenhöhe. Vertreter von Clear Channel Communications, CBS Radio, Citadel Broadcasting und Entercom Communications haben sich im März wiederholt mit den Verantwortlichen der FCC getroffen, um einen Weg zu finden, wie die Ermittlungen der Regierungsbehörde vorzeitig beendet werden könnten.
Insidern zufolge haben die Sendergruppen zwischen 1,5 und drei Mio. Dollar als Vergleichszahlung angeboten. Nun warten die Sender auf Antwort der FCC, wo angeblich bis zu zehn Mio. Dollar pro Firma gefordert werden. Die Medienaufsicht bestätigt zwar, dass man sich in Verhandlungen befindet, verschweigt jedoch alle Details. Die FCC ermittelt seit August 2005 landesweit im Payola-Fall, nachdem New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer den Bestechungsskandal im amerikanischen Radiogeschäft aufgedeckt und mit Sony BMG und Warner Music einen Vergleich erzielt hatte.
Unabhängig von einer möglichen Einigung mit der FCC steht den Radiosendern und den Majors EMI und Universal noch eine Beilegung der Ermittlungen seitens des Büros von Spitzer ins Haus. In den Payola-Fällen geht es um den Verdacht, dass Radiosender Geld- und Sachleistungen entgegengenommen haben, um Songs der Plattenfirmen den gewünschten Platz im Programm zu verschaffen. Wer dies in den USA nicht kennzeichnet, macht sich strafbar.





