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US-Prozess gegen Clear Channel

Clear Channel Communications soll gegen US-Kartellrecht verstoßen haben. Eine Sammelklage beschuldigt das Unternehmen, durch illegale Absprachen den Wettbewerb verzerrt und Konzertpreise künstlich hoch gehalten zu haben.

Der US-Medienkonzern Clear Channel Communications soll gegen US-Kartellrecht verstoßen haben. Eine in Denver eingereichte Sammelklage beschuldigt das Unternehmen, durch illegale Absprachen den Wettbewerb verzerrt und Konzertpreise künstlich hoch gehalten zu haben. Als Beschuldigte ist auch die vor kurzem vom Konzern abgespaltene Konzertagentur Live Nation genannt.

Künstler, die sich von einer konkurrierenden Konzertagentur promoten ließen, seien in den von Clear Channel betriebenen Radiostationen absichtlich weniger gespielt worden, steht in der Anklageschrift. Außerdem sollen überhöhte Künstlergagen geflossen sein, um unliebsame Konkurrenz aus dem Markt zu verdrängen.

In der Vergangenheit hatte bereits das Justizministerium Vorwürfe geprüft, nach denen das Unternehmen Radio-Airplay an die Bedingung geknüpft haben soll, den hauseigenen Promotionservice zu nutzen. Die Behörde stellte die Ermittlungen im Februar 2006 ohne konkretes Ergebnis ein. Laut Anklage soll die Zusage von Clear Communications, Live Nation aus dem Konzern auszugliedern, dabei eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Das Verfahren ist zunächst auf Denver beschränkt, nachdem der New Yorker Federal Appeals Court eine nationale Klage nicht zugelassen hatte, da der Konzertmarkt grundsätzlich regionalen Charakter habe.

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