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US-Politik verknüpft Online-Piraterie mit Jugendschutz

Vertreter der US-Gesetzgebung machen die Unterstützung der Musikindustrie im Kampf gegen Internetpiraterie nun von Forderungen zum Jugendschutz abhängig.

Vertreter der US-Gesetzgebung machen die Unterstützung der Musikindustrie im Kampf gegen Internetpiraterie nun von Forderungen zum Jugendschutz abhängig. Erstmals in Zusammenhang gebracht wurden die zwei viel diskutierten Themen jüngst von dem Abgeordenten John Shimkus und Commerce-Committee-Chairman Billy Tauzin. Shimkus erklärte: „Ihre Vertreter kommen regelmäßig in mein Büro und bitten um Unterstützung im Kampf gegen die Internetpiraterie. Ich unterstütze das, denn Diebstahl ist falsch und unmoralisch – aber eben so falsch ist die Vermarktung von gefährlichen Texten an unsere Jugendlichen.“ Wenn die Kennzeichnung von expliziten Inhalten nicht deutlich verbessert werde, könnten die Industrie-Forderungen zur Online-Piraterie bald ihre grundsätzliche Aufrichtigkeit in Frage stellen. Bei Vertretern der Musikindustrie stieß die Drohung auf Kritik: Rap-Mogul Russell Simmons zeigte sich überrascht über die Verknüpfung der beiden Themen, die seiner Meinung nach „getrennt behandelt werden sollten.“ RIAA-Chefin Hilary Rosen erkannte den Zusammenhang an, erklärte aber, die Diskussion darüber gehöre nicht in den Kongress. Die Internetpiraterie beraube die Industrie zunehmend der Kontrolle über gefährdende Inhalte, da immer mehr Jugendliche über illegale Internet-Angebote unbeschränkten Zugang zu jugendgefährdender Musik fänden.