Recorded & Publishing

US-Markt geht mit Verlusten ins Weihnachtsgeschäft

Die heiße Phase des US-Saisongeschäfts hat begonnen und nach den ersten zehn Monaten des Jahres zeichnet sich bei einem insgesamt rückläufigen Geschäft vor allem ein Trend ab: Der Absatzschwund im Tonträgerverkauf kommt vor allem den Indies und Warner zugute.

Die heiße Phase des US-Saisongeschäfts hat mit Halloween begonnen und nach den ersten zehn Monaten des Jahres zeichnet sich bei einem insgesamt rückläufigen Geschäft vor allem ein Trend ab: Der Absatzschwund im Tonträgerverkauf kommt vor allem den Independentlabels und Warner Music zugute. Der kombinierte Marktanteil der unabhängigen Plattenfirmen wuchs im Jahresvergleich bis Ende Oktober um 0,7 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent. Ähnlich gut lief die Entwicklung bei der Warner Music Group, die um ebenfalls 0,7 Punkte auf nun 15,5 Prozent Marktanteil zulegte.

Diese Zugewinne gingen auf Kosten der drei anderen Majors: Die Universal Music Group bleibt zwar unangefochten Marktführer, büßt jedoch 0,4 Prozentpunkte ein und sichert sich 31,3 Prozent des Markts. Jeweils ein Zehntelprozent verlieren Sony BMG und EMI, die nun 24,7 bzw. 9,2 Prozent des Markts abdecken. Im Wettstreit der Labels liegen die Sony-BMG-Firma Columbia und die Universal-Abteilung Island Def Jam derzeit gleich auf, beide sicherten sich nach zehn Monaten 6,4 Prozent des Kuchens. Bei Columbia sorgten vor allem die aktuellen Veröffentlichungen von Bob Dylan, The Dixie Chicks, Beyoncé, John Legend, John Mayer und Tony Bennett für die guten Werte. Island Def Jam konnte bisher mit Ne-Yo, Nickelback und Johnny Cash punkten und hofft, dass im Weihnachtsgeschäft das Comeback-Album von Def-Jam-Chef Jay-Z zündet.

Gewinner des Jahres ist indes die Buena Vista Music Group, die mit ihren Labels Disney und Lyric Street die bisherigen Bestseller auf den Markt brachte. Der Soundtrack zum „High School Musical“ hat inzwischen 3,2 Millionen Einheiten verkauft und „Me And My Gang“ von den Rascal Flatts bringt es auf 2,6 Millionen Exemplare. Dahinter liegen mit jeweils 1,9 Millionen Kopien James Blunt und „Back To Bedlam“ sowie Carrie Underwood und „Some Hearts“. Ein Vergleich der Verkaufszahlen in den Top Ten offenbart jedoch eines der Probleme der Branche: Die zehn erfolgreichsten Alben haben nach zehn Monaten gemeinsam 19,2 Millionen Einheiten verkauft. Die Top Ten des Jahres 2005 waren zum gleichen Zeitpunkt bereits bei 25,5 Millionen Verkäufen angelangt. Dies entspricht einem Absatzminus von 24,7 Prozent.

Mehr zum Thema