Recorded & Publishing

US-Branche wehrt sich gegen parteiische Berichterstattung

Ein Musikbranchenblatt in den USA hat es sich mit der Branche verscherzt. Dem „Hits“-Magazin wird vorgeworfen, den Tonfall seiner Berichterstattung vom Anzeigenvolumen der Plattenfirmen abhängig zu machen.

Ein Musikbranchenblatt in den USA hat es sich mit der Branche verscherzt. Dem „Hits“-Magazin wird vorgeworfen, den Tonfall seiner Berichterstattung vom Anzeigenvolumen der Plattenfirmen abhängig zu machen. Am deutlichsten sei dies in den letzten Wochen am Beispiel des Labels V2 zu erkennen gewesen, berichtet die „Los Angeles Times“. Im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums „Get Behind Me Satan“ von den White Stripes schrieb „Hits“, V2 solle besser in V½ umgetauft werden, da die chronisch unterbesetzte Firma sich schwer tun werde, die für sie wichtigste VÖ des Jahres zu bearbeiten.

Solche Tiefschläge wollte V2-Chef Andy Gershon nicht länger hinnehmen und beschwerte sich per offenem Brief bei Redaktion und Verlag von „Hits“. Solange V2 Anzeigen geschaltet hatte, sei die Berichterstattung mehr als wohlwollend gewesen, so Gershon. Doch nachdem sich V2 aus Kostengründen von „Hits“ zurückgezogen hatte, wurde das Label in die Pfanne gehauen.

Ähnlich erging es Manager Lyor Cohen, der bei seinem Wechsel zur Warner Music Group als „Knüllereinkauf“ und „einer der meistrespektierten Executives“ der Branche bezeichnet wurde. Damals war die WMG noch ein treuer Anzeigenkunde bei „Hits“, doch wenige Monate und einige Budgetkürzungen später war Cohen plötzlich „überaggressiv“, „nicht vertrauenswürdig“ und „nicht dazu in der Lage, das Geschäft zu verbessern“.

„Hits“-Chefredakteur Lenny Beer wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, gab jedoch zu, dass das Magazin „jene Personen unterstütze, die auch das Heft unterstützen“.