Der US-Tonträgerverband RIAA hat seine offizielle Bilanz für das Jahr 2006 vorgestellt. Während sich die Verbandszahlen in Details leicht von den Ad-hoc-Werten des Charts-Ermittlers Nielsen SoundScan aus dem Januar unterschieden, bleibt dennoch unterm Strich die ernüchternde Einsicht: Die Umsätze im weltgrößten Musikmarkt schrumpften um 6,3 Prozent.
Statt 12,27 Milliarden Dollar setzte der Handel nur noch Musikprodukte im Wert von 11,5 Milliarden Dollar ab. Die RIAA bemisst ihre Umsatzstatistik nach den unverbindlichen Listenpreisen, Rabattaktionen sind nicht berücksichtigt. Daher könnte der wahre Umsatzwert der US-Branche noch niedriger liegen. Das größte Minus verbuchten physische Produkte mit einem Umsatz von nur noch 9,65 Milliarden Dollar – 13,8 Prozent weniger als 2005.
Das als Umsatzstütze Nummer eins immer noch wichtige CD-Album verlor mit 9,16 Milliarden Dollar und 614,9 Millionen verkauften Einheiten 12,9 Prozent. Das ist der heftigste Einbruch für Longplayer, den die Branche bisher verkraften musste. Der Sektor Musikvideos und -DVDs verlor sogar 31,8 Prozent und setzte mit 23,1 Millionen Einheiten nur noch 451 Millionen Dollar um.
Nach oben ging es lediglich für das Digitalgeschäft, das insgesamt bereits 14 Prozent der Gesamtumsätze ausmacht. 1,63 Milliarden Dollar wurden mit Downloads und mobilen Musikanwendungen eingenommen – ein Plus von 21,6 Prozent. Der Downloadbereich kam dabei im letzten Jahr auf Umsätze von 856,5 Millionen Dollar dank 586,4 Millionen verkauften Einzel- und 27,6 Millionen Albumdownloads. Das entspricht Zuwächsen von 59,8 bzw. 103,3 Prozent.
Der Mobilsektor trug mit 315,3 Millionen Verkaufstransaktionen 774,5 Millionen Dollar zur Bilanz bei und steigerte sich dabei um 85,5 Prozent. Zusätzlich weist die RIAA im Digitalgeschäft noch die Umsätze der Musikaboanbieter gesondert aus. 1,7 Millionen Abonnenten von Diensten wie Rhapsody, Napster oder Yahoo! Music hätten demnach 206,2 Millionen Umsatz in die Kassen gespült – ein Plus von immerhin 38,3 Prozent.





