Der US-Markt scheint auch zwei Monate vor Jahresende keine Trendwende mehr vollziehen zu können. Aktuell liegt der Absatz von Tonträgern knapp zehn Prozent unter dem Vorjahreswert und das boomende Digitalgeschäft kann die Verluste trotz eines Zuwachses um bislang 162 Prozent noch nicht ausgleichen. Amerikas auflagenstärkste Tageszeitung, die „USA Today“, fürchtet bereits, dass das leichte Marktwachstum im letzten Jahr lediglich „ein Schluckauf“ war.
Die schrumpfenden Albumverkäufe würden auch im Weihnachtsgeschäft kaum noch für eine Erholung sorgen. Die Topveröffentlichungen des Jahres könnten einfach nicht mit denen aus dem Jahr 2004 mithalten. Der Bestseller des bisherigen Jahres ist „The Massacre“ von 50 Cent mit 4,7 Mio. verkauften Exemplaren seit Neujahr. Ushers „Confessions“ notierten vor zwölf Monaten bei 6,4 Mio. Einheiten und erreichten bis Ende 2004 sogar 7,9 Mio. Verkäufe.
Von solchen Zahlen kann die Branche in diesen Tagen nur träumen. Auch das Singles-Geschäft, in den USA seit Jahren einigermaßen irrelevant, bricht nun völlig ein: Der aktuelle Spitzenreiter, Depeche Modes „Precious“, verkaufte in der letzten Woche gerade einmal 2.200 Stück. Die Nummer eins der Download-Charts, „Gold Digger“ von Kanye West, kam in der gleichen Zeit auf 62.000 Verkäufe.





