Die amerikanische Musikbranche hofft beim „Super Tuesday“ am heutigen 7. Juni auf die besten Absatzzahlen seit Monaten. Mit den neuen Alben von Coldplay, Black Eyed Peas und White Stripes kommen gleich drei Top-Themen in den Handel. Zusammen sollen die drei Titel für mindestens eine Mio. Verkäufe in der ersten Woche sorgen. „Die Händler lieben solche Schwerpunktveröffentlichungen“, sagte Phil Quartararo, President von EMI Music Marketing, der „Los Angeles Times“. Seine Firma sei zwar froh, dass man im Handel so große Hoffnungen auf die ersten Verkaufstage mit „X & Y“ setzt, „doch wir haben eigentlich vor, 18 oder 19 Monate lang mit diesem Album zu arbeiten. Da können wir uns nicht von einer einzelnen Woche ablenken lassen“.
Die Fixierung auf die Zahlen der Erstverkaufswoche stößt auch Andy Gershon, President von V2 in USA, sauer auf: „Jeder posaunt immer nur seine tollen Erstwochenergebnisse hinaus. Dabei lügen sich alle nur selbst in die Tasche. Die großen Handelsketten erzeugen natürlich diesen Riesenrummel in der ersten Woche, um Kunden in die Läden zu locken. Dabei ist es doch viel wichtiger, wie gut sich die Platte nach sechs Monaten verkauft, nicht nach sechs Tagen.“
Doch die Erwartungshaltung bleibt: Sollte EMI vom Coldplay-Album bis Sonntag weniger als 400.000 Einheiten in den USA verkaufen, werde wieder die Rede von einer Enttäuschung und vom Scheitern der EMI sein, sagte ein ungenannter Musikmanager der „L.A. Times“. „Aber das ist verrückt: 400.000 Stück in einer Woche wären fantastisch.“ Ungeachtet der Kritik der Labels bleibt bei den führenden Händlern der Blick fest auf die Kassen in den ersten Tagen gerichtet.
Bei Best Buy, einem der größten CD-Verkäufer des Landes, rechnet Lon Lindeland mit einem deutlichen Zuwachs an Laufkundschaft ab dem „Super Tuesday“. Der Spartenleiter für Musikprodukte rechnet vor, dass das Plus an Kundschaft die Juni-Umsätze bei Best Buy um bis zu 17 Prozent steigern werde. Die neuen Top-CDs dienten dabei eben als Lockvogel – sehr zum Missfallen der Plattenfirmen. Viele hochkarätige Veröffentlichungen sind nämlich bereits für weniger als zwölf Dollar zu haben. Tower Records bietet „X & Y“ für 11,99 Dollar an, bei der Transworld-Kette f.y.e. gibt es ausgesuchte Charts-Titel auch für 9,90 Dollar.






