Führende Verbände der US-Musikwirtschaft haben den Kongress in Washington aufgefordert, die geltenden Lizenzregelungen für Radiosender zu ändern. Künftig sollen ausübende Künstler auch in den Vereinigten Staaten für Airplay vergütet werden.
Anders als in den meisten großen Musikmärkten müssen US-Radios keine Lizenzgebühren für Aufführungsrechte abführen. Ein Umstand, den Musiker und Kreative seit Jahren beklagen. Der Tonträgerverband RIAA, die Urheberrechtsgesellschaft SoundExchange, die Recording Academy, der Indieverband A2IM, die American Federation of Musicians, das Music Managers Forum und die Recording Artists Coalition haben sich daher mit einer gemeinsamen Erklärung an 535 Parlamentarier gewandt und fordern darin die Einführung einer Tantiemenpflicht für die Sender.
Die großen Radiokonglomerate hätten einen „Freibrief für die Ausstrahlung von Musik, ohne die Künstler dafür zu entlohnen“. Die USA seien „das einzige marktwirtschaftliche und demokratische Land, in dem Radiosender nicht dazu verpflichtet sind, Interpreten für die Übertragung von Musik zu vergüten“. Wie kaum anders zu erwarten, schrieb auch die National Association of Broadcasters an die Abgeordneten: Die Gesetzgeber sollten dem Versuch widerstehen, eine „Aufführungssteuer“ für Radiosender zu erheben.





