Die Gruppe Hawthorne Heights zieht gegen ihre Plattenfirma Victory Records und deren Chef Tony Brummel vor Gericht. Die in Chicago, dem Firmensitz des Indie-Labels, eingereichte Klage beinhaltet gleich ein ganzes Bündel an Vorwürfen: Die Formation habe keine Tantiemen für ihr Album „If Only You Were Lonley“ bekommen, außerdem habe Brummel den Ruf der Band zerstört sowie Geschäftspartner körperlich bedroht.
Obwohl die Hawthorne Heights mit fast 1,5 Millionen verkauften Einheiten des Albums „If Only You Were Lonely“ am Anfang des Jahres bis auf Platz drei der US-Charts vorgedrungen waren, habe die Band weder aus den CD-Absätzen noch für an den Mann gebrachte Downloads und Klingeltöne, Auslandsverkäufe oder die Verwendung der Musik in Filmen und Computerspielen Geld bekommen. Victory sieht die Band dagegen immer noch mit etwa eine Millionen Dollar in der Kreide, berichtet „Billboard“.
Wirbel hatte es auch um eine Rundmail von Victory gegeben, die Fans dazu aufgerufen hatte, beim Kauf des Hawthorne-Heights-Albums in den Läden die CDs des Charts-Konkurrenten Ne-Yo aus ihren Regalplätzen zu entfernen und sie in den Tiefen der CD-Regale zu verstecken. Damit würden die Fans dazu beitragen, dass weniger Ne-Yo-CDs verkauft werden und dass die Chancen für einen Einstieg von Hawthorne Heights auf Platz eins steigen.
Weiterhin habe Brummel mit dem Namen der Band ohne deren Kenntnis oder Zustimmung ein Manifest unterzeichnet, in dem sich die Band angeblich in einem Krieg mit Künstlern aus dem HipHop- und R&B-Bereich sieht und damit die Reputation der Gruppe erheblich geschädigt. Zudem habe der Victory-Chef den Bandmanager sowie Radiomitarbeiter, die es abgelehnt hatten, Titel der Hawthorne Heights öfter zu spielen, physisch bedroht.
Die Band verlangt nun eine Auflösung des bestehenden Vertrages sowie Schadenersatz in unbezifferter Höhe. Victory-Anwalt Robert Meloni räumt der Klage dagegen keinerlei Aussicht auf Erfolg ein: die Band müsse der Plattenfirma noch zwei Alben liefern und dafür werde Victory sorgen, zitiert ihn „reuters“.






