Recorded & Publishing

US-Ableger der Virgin-Kette erholt sich

Der Einzelhandel leidet am stärksten unter der Absatzkrise im US-Tonträgergeschäft. Doch während Tower in der Krise nicht mehr zu retten war, scheinen sich die Virgin Megastores durch eine Gesundschrumpfung in die richtige Richtung zu entwickeln.

Der Facheinzelhandel leidet am stärksten unter der verschärften Absatzkrise im amerikanischen Tonträgergeschäft. Doch während Tower Records in der Krise nicht mehr zu retten war, scheinen sich die Virgin Megastores durch eine Gesundschrumpfung in die richtige Richtung zu entwickeln.

In den letzten Monaten hat die nordamerikanische Zweigstelle der britischen Handelskette ihr Filialnetz um zehn Läden auf derzeit nur noch 13 Geschäfte reduziert. Gleichzeitig wurde das Sortiment grundlegend modifiziert. Musikprodukte, die einst für drei Viertel des Virgin-Umsatzes sorgten, repräsentieren inzwischen nur noch 48 Prozent aller verkauften Waren. Die Lücke füllen nun andere Produkte wie DVDs, Games, Unterhaltungselektronik, Handys und Zubehör, Mode und Merchandise.

Für das Geschäftsjahr, das mit dem 31. März endete, konnte die Virgin Entertainment Group North America somit ein flächenbereinigtes Umsatzplus von 5,2 Prozent ausweisen. Und die Läden in der Region New York legten sogar um zehn Prozent zu, erklärte Chairman Simon Wright. Wie viel die Firma insgesamt einnimmt, ist nicht bekannt, Branchenschätzungen belaufen sich auf einen Jahresumsatz von rund 180 Millionen Dollar.

Weil man mit dem neuen Shop-Konzept erfolgreich sei, werde Virgin demnächst wieder expandieren, kündigte Wright an. Bei der Planung für neue Outlets will sich der Händler allerdings auf die Märkte New York und Los Angeles konzentrieren. „Die Analysten hatten vorhergesagt, dass Downloads das Einkaufserlebnis im Plattenladen zerstören würden“, so Wright. „Dem haben wir immer widersprochen. Wir wussten, dass die Kunden weiterhin eine Anlaufstelle haben wollen, wo sie Musik einkaufen können und unterhalten werden. Wir mussten nur unsere Angebotspalette ausweiten, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.“

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