Er gilt weltweit als einer der populärsten Musikshops und seine Legitimität ist heftig umstritten. Nun scheint dem russischen Downloadanbieter AllOfMP3.com allmählich die Luft auszugehen. Das gesamte letzte Wochenende und zum Teil auch noch am Montag (15. Mai) war die Website vom Netz, mit dem Vermerk der Betreiber, die Server müssten gewartet werden.
Dies hing angeblich damit zusammen, dass AllOfMP3.com Mitte März seine Datenbanken von Windows 2000 auf das Linux-Betriebssystem umgestellt hatte. Inzwischen ist der Downloadshop wieder erreichbar, doch die Einkaufsfunktion scheint deaktiviert zu sein. Zudem weist die Homepage darauf hin, dass in der aktuellen Woche kein einziger neuer Titel der Songdatenbank hinzugefügt wurde. Im Netz kreisen deshalb seit Tagen die Gerüchte über die möglichen Ursachen für den Ausfall des Downloadanbieters, der z.B. in Großbritannien zu den meistgenutzten Musikdiensten überhaupt zählt.
Unter Umständen hat eine Rede von Russlands Präsident Wladimir Putin etwas mit der Downtime bei AllOfMP3.com zu tun. Der Staatschef hatte erst kürzlich angekündigt, dass künftig auch in Russland für Urheberrechtsbrecher ein anderer Wind wehen würde. An der Rechtslage im Land hat sich jedoch nichts verändert, Versuche der IFPI, AllOfMP3.com juristisch den Garaus zu machen, waren bislang kläglich gescheitert.
Und aktuell sind keine Maßnahmen der Branche gegen den Downloadhändler bekannt. Angeblich hatte die Moskauer Polizei schon vor einigen Wochen mehrere Server von AllOfMP3.com beschlagnahmt, ob und welche Vorwürfe die Behörden jedoch gegen das Unternehmen vorbringen, ist unklar.





