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Universals Clipkanal IMF kommt nicht aus den Startlöchern

Die Universal Music Group kommt mit ihren Plänen für einen eigenen Musikfernsehsender nicht wie gewünscht voran. Der Vertriebspartner EchoStar sperrt sich gegen die Ausstrahlung des Programms. Dabei wäre das von Andy Schuon geleitete International Music Feed (IMF), Universals Kampfansage an MTV, seit dem 20. Januar startklar.

Die Universal Music Group kommt mit ihren Plänen für einen eigenen Musikfernsehsender nicht wie gewünscht voran. Der Kanal International Music Feed (IMF), Universals Kampfansage an MTV, wäre eigentlich seit dem 20. Januar startklar. Auf der Website der neuen Tochterfirma von Vivendi Universal gibt es auch bereits erste Details zum Programm und zum Konzept. Nur: Niemand strahlt IMF bislang aus. Wie es scheint, sperrt sich der Vertriebspartner EchoStar gegen die Ausstrahlung des Programms. Der zweitgrößte US-Anbieter für Satelliten-TV sollte eigentlich über sein Dish Network das 24-Stunden-Programm übertragen, doch Vivendi Universal muss derzeit per Gerichtsbeschluss versuchen, sich Zugang zum TV-Vertrieb zu verschaffen.

Laut „New York Post“ hat VU diesbezüglich eine formelle Beschwerde bei einem Bezirksgericht in Manhattan eingereicht. Dabei – so die Ansicht von VU – ist EchoStar zur Ausstrahlung verpflichtet. Die Franzosen hatten sich im Dezember 2001 für 1,5 Mrd. Dollar einen elfprozentigen Anteil an EchoStar gesichert, diesen aber nach einem Jahr mit geschätzten 500 Mio. Dollar Verlust wieder abgestoßen. Die Rechte zur Einführung neuer Sender seien jedoch bei VU verblieben.

Universal will IMF als Gegenpol zu MTV und seinen Ablegern positionieren. Die US-Branche verfolgt das Schwinden von Musikinhalten auf diesen Sendern seit Monaten mit Argwohn und will nun im „Viva-Modell“ eigene Angebote installieren.

Als President von IMF fungiert Andy Schuon, der bereits für MTV, Viacoms Radiogruppe Infinity, Warner Bros. Records und den Digitalvertrieb Pressplay gearbeitet hat. Als Executive Vice President für Programming & Production steht ihm mit Greg Drebin ein ehemaliger MTV-Kollege zur Seite. Inhaltlich will sich IMF vorerst ganz auf hauseigenes Universal-Repertoire beschränken, verfolgt dabei allerdings einen internationalen Ansatz. So kommen laut IMF-Homepage ab Sendestart z.B. auch Stress feat. Xavier Naidoo (Schweiz), die Beginner (Deutschland), Apocalyptica (Finnland), Daniel Bedingfield (UK) oder Powderfinger (Australien) mit Clips zum Zuge.

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