Der Zwangssymbiose zwischen den amerikanischen Plattenfirmen und dem offiziellen Charts-Ermittler SoundScan droht das Aus: Angeblich will Universal Music seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag mit SoundScan nicht verlängern. Um Geld zu sparen, will der Marktführer künftig die Handelsdaten lieber selbst erheben. Dem Vernehmen nach zahlen die Labels in den USA für die Ermittlung der Verkaufszahlen im Handel insgesamt rund 15 Mio. Dollar jährlich an SoundScan. Universals Anteil an dieser Summe wird angesichts des größten Marktanteils auf rund fünf Mio. Dollar geschätzt, Sony BMG dürfte demnach nur unwesentlich weniger zahlen. Die restlichen fünf bis sechs Mio. Dollar teilen sich Warner, EMI und die Independentlabels.
Doch speziell der Vertrieb von Universal ist seit Monaten auf strengem Sparkurs, was sich Anfang 2004 bereits im Vertriebsmarketingkonzept JumpStart niederschlug. Insider behaupten, wenn Universal SoundScan abschüttelt, dann wird auch Sony BMG nicht lange warten, um sich anzuschließen. Damit stünde die zentrale Datenerhebung für die US-Verkaufscharts auf wackeligen Beinen.





