Recorded & Publishing

Universal will an Konzerten mitverdienen

Selbst in Zeiten der Branchenkrise glaubt Marktführer Universal an Umsatzsteigerungen. Teilhabe an Konzert- und Merchandisingerlösen sollen zum Plus beitragen.

Selbst in Zeiten der Branchenkrise glaubt Marktführer Universal Music an Umsatzsteigerungen. Künftig will man nicht mehr nur noch eine Plattenfirma sein. Teilhabe an Konzert- und Merchandisingerlösen sollen auch zum Plus beitragen. Bereits seit Jahresanfang bietet Universal deshalb seinen neuen Künstlern nur noch Verträge an, die das Unternehmen an allen Einkunftsquellen beteiligt. „Wir wollen damit sicher stellen, dass wir an allen Stationen der Verwertungskette eines Musikers beteiligt sind“, erklärte Universal-Chef Tim Renner der „Financial Times Deutschland“. Da die Einkünfte von Musikern nur zu einem Drittel aus Plattenverkäufen kämen, sei es für sein Unternehmen nur legitim, an diesen Verwertungssträngen zu partizipieren. „Die bisherige Situation ist absurd, bei der eine Plattenfirma, sobald sie in eine Band investiert, zwar alle Ausgaben hat, aber nur ein Drittel der Einnahmen“, so Renner. Von den neuen Verträgen habe Universal bereits zehn abschließen können; zudem sei durch die neuen Konditionen bislang „kein Deal verloren gegangen“. Vorwürfe, junge Künstler könnten somit gezwungen werden, moralisch und rechtlich zweifelhafte Knebelverträge zu unterschreiben, weist Renner von sich: „Wenn ich einen Spielfilm produziere und hier das initiale Risiko trage, ist allen völlig klar, dass ich dann auch an den Erlösen aus Merchandising und Ähnlichem beteiligt bin. Warum soll das ausgerechnet in der Musikbranche anders sein?“ Zudem will Universal für seine neuen Acts vermehrt Management-Aufgaben wahr nehmen, PR-Coaching übernehmen oder Verträge für Werbefilme und -produkte aushandeln. Renner geht davon aus, dass er mit diesen Maßnahmen seine Umsätze um 50 Prozent steigern kann.

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