Die mexikanische Dependance von Universal Music hat am 7. August mit Jorge Avila einen ihrer leitenden Labelmanager entlassen. Avila hatte zuvor laut dem „Hollywood Reporter“ bei einer Pressekonferenz erklärt, Universal Mexiko habe Anfang August seine Payola-Praxis – also die Zahlung von Schmiergeldern an Radio- oder TV-Entscheider mit dem Ziel, mehr Airplay zu bekommen – beendet. Wie Avila erläuterte, seien dem Unternehmen die monatlichen Kosten in Höhe von zwei bis vier Mio. Pesos – umgerechnet mindestens 170.000 Euro – zu teuer geworden. Universal distanzierte sich umgehend von diesem Statement. Laut Humberto Calderon, , seien die Aussagen Avilas völlig unbegründet. Auch andere Plattenfirmen wiesen jegliche Verstrickung in Payola-Zahlungen zurück. Allerdings erklärte der frühere Radiomitarbeiter Jeancarlo Aldana dem „Hollywood Reporter“, er habe zu Beginn seiner Tätigkeit für den Sender Radio Imer regelmäßig Umschläge mit Bargeld zugesteckt bekommen. Diese habe er zunächst angenommen, später nicht mehr. Erst Ende der 90er-Jahre waren Manager eine US-Tochterfirma der mexikanischen Televisa-Gruppe, Fonovisa, im Zuge eines Payola-Falles verurteilt worden.
Mehr zum Thema Schuldgeständnisse im Payola-Fall (23.07.99)





