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Universal-Vertriebstagung: „Angekommen“ am neuen Standort

Universal Music lud unter dem Motto „Angekommen“ vom 5. bis zum 7. März zur Vertriebstagung nach Berlin. Die Universal-Divisionen präsentierten ihre Schwerpunkte, und die Einweihungs-Party am künftigen Firmensitz rundete die Veranstaltung ab.

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“Ihr alle habt nach dem vergangenen Jahr meinen allerhöchsten Respekt“, gratulierte Rainer Tarara, Geschäftsleiter des Universal Vertriebs, in seiner Eröffnungsrede im Kino International der gesamten Vertriebsmannschaft. Außerdem begrüßte Tarara neben dem Universal-Management und den Teams der Repertoiregesellschaften rund 30 Handelspartner sowie die Universal-Dependancen aus Österreich und der Schweiz mit ihren Geschäftsführern Bogdan Roscic und Ivo Sacchi.

Beide Gesellschaften nahmen zum ersten Mal an einer deutschen Universal-Vertriebstagung teil. Für die Zukunft verfolgt Tarara ein ehrgeiziges Ziel: „Meine Vision ist es, die Marktführerschaft zu festigen und kurzfristig weiter auszubauen. Wir wollen die Nummer eins in allen Bereichen sein.“ Um dieses Ziel zu erreichen, stelle das Power Distribution Network allen Handelsformen kompetente Ansprechpartner zur Seite. Bei einem Marktüberblick formulierte Tim Renner, CEO Universal Music, die These, dass der schrumpfende Markt nichts Neues sei; faktisch seien die Verkäufe von One-Artist-Alben seit 15 Jahren rückläufig: „Es wurde leider viel zu wenig nachgeforstet.“ Abhilfe soll der Umbau zur A&R-Company schaffen. Außerdem forderte Renner die Repertoiregesellschaften auf, dem Handel bei der Präsentation neuer Produkte nicht nur Marketing-Argumente zu liefern, sondern sich verstärkt mit der Musik auseinanderzusetzen.

Zur Übernahme von Koch erklärte er: „Ich habe Respekt vor jeder Art von Musik, die ernst gemeint ist und Emotionen frei setzt.“ Außerdem forderte Renner ein Ende des Jugendwahns: „Die Teenager machen gerade 14 Prozent unserer Umsätze aus; es gibt keine illoyalere Zielgruppe.“ Die 20- bis 39-Jährigen hingegen stellten die Mehrheit der Käufer, „aber haben wir für sie richtigen Themen?“ Victor Antippas, President Universal Music GSA, erklärte, Vivendi Universal sei die Nummer zwei im internationalen Mediengeschäft hinter AOL Time Warner, sei aber „international besser aufgestellt“. Außerdem sei Universal das „größte und profitabelste Musikunternehmen der Welt“ und die Nummer eins in sechs der führenden Märkte.

Als Gastredner hatte Berlins Wirtschaftssenator Gregor Gysi mit Kommentaren zur wirtschaftlichen Lage der Stadt schnell die Lacher auf seiner Seite. Weiter erklärte Gysi, die Musik mache Berlin lebendiger, egal ob es sich um Musikfirmen oder Institutionen wie die Opernhäuser handele. Neben den Repertoiregesellschaften, die ihre Schwerpunkte präsentierten, rundeten eine Eröffnungsparty im Casino-Club und eine große Baustellen-Party im künftigen Firmensitz Universals, dem Spreespeicher, das Programm ab: Während am ersten Abend im Casino Universal-Acts wie Lokua Kanza, Beatbetrieb oder Readymade ihr Publikum überzeugten, versammelte sich im Spreespeicher neben der Branchen- auch sonstige Prominenz, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Für den Ablauf der Tagung zeichnete einmal mehr das Team von Nexus Event um Bernd Rathjen und Michael Quade verantwortlich.