Recorded & Publishing

Universal und Viva dementieren Clip-Verstrickungen

Auf Anfrage von musikwoche erklärten Viva und Universal, dass es keinerlei Absprachen zwischen den beiden Firmen um garantierte Clip-Einsätze gegeben habe. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, Universal habe sich Rotationsplätze für seine Künstler erkauft.

Auf Anfrage von musikwoche erklärten die Viva Media AG und Universal Music, dass es keinerlei Absprachen zwischen den beiden Firmen um garantierte Clip-Einsätze gegeben habe. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, Universal habe sich Rotationsplätze für seine Künstler erkauft. Wohl sei es zu Treffen gekommen, bei der jedoch Newcomer-Förderung im Mittelpunkt stand, wie eine Viva-Sprecherin gegenüber musikwoche erklärt: „Im Kontext der Quotendiskussion wurden Gespräche zunächst mit Universal, danach sukzessive mit weiteren Vertretern der Toträgerindustrie geführt, die letztendlich über den Phono-Verband koordiniert und in einer Sitzung offen diskutiert wurden. Dabei ging es um Effizienzsteigerung der Newcomerförderung, insbesonderer deutscher Acts.“ Die Sprecherin betont, dass es weder mit Universal, noch auf Verbandsebene zu einer abschließenden Vereinbarung gekommen sei, weil die Redaktion sich letztendlich dagegen ausgesprochen habe. Diese Entscheidung habe Viva auch dem Phono-Verband mitgeteilt, will aber unabhängig davon an an der freiwilligen Quotenregelung von 40 Prozent nationalen Produktionen festhalten. Und auch Tim Renner, Chairman & CEO Universal Music, dementiert die Meldungen über Zahlungen im Zusammenhang mit angeblich garantierten Rotationszusagen von Viva: „Die Behauptungen, die im ‚Spiegel‘ erhoben werden, sind größtenteils unrichtig. Es hat nie ein Gespräch und schon gar keinen ‚Deal‘ gegeben, der das Ziel gehabt hätte, die redaktionelle Hoheit von Viva einzuschränken beziehungsweise zu kaufen.“ Bei den Gesprächen sei es vielmehr darum gegangen, ein Modell zu entwickeln, mit dem der Musiksender sich frühzeitiger als bisher für oder gegen einen Newcomer-Titel entscheiden könnte. Dies sollte jedoch nicht mehr auf Basis eines bereits gedrehten Videos, sondern aufgrund von Fakten und Audiomaterial des jeweiligen neuen Künstlers geschehen. Damit konnte Universal die Zahl der tatsächlich gedrehten Clips reduzieren und somit die Überschuldung von Newcomern verhindern. Explizit betont Renner, dass die „redaktionelle Entscheidung wie bisher bei Viva bleiben, allein die Entscheidungsgrundlage sich verändern sollte“. Über diese Abmachung habe Universal die übrige Branche bei einer Vorstandssitzung des Bundesverbandes informiert. Zudem stellt der Universal-Chef richtig, dass der „Spiegel“-Artikel den „irrtümlichen Eindruck“ erwecke, dieses Modell der redaktionellen Auswahl vor Videoproduktion beziehe sich auch auf internationale und etablierte Künstler wie Eminem, Sophie Ellis-Bextor und Jeanette. „Das ist natürlich nicht richtig.“

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