Universal Music will auf die sinkenden Absatzzahlen im polnischen Markt mit Preissenkungen reagieren. CDs von internationalen Künstlern sollen künftig rund 35 Prozent weniger kosten als bisher. Im Durchschnitt verlangen Plattenläden in Polen für Alben mit ausländischem Repertoire 70 Zloty oder umgerechnet 11,79 Euro. Einheimische Titel kosten meist um 30 Zloty (7,86 Euro). Diese Differenz will Universal Music Polska nun verringern: Maximal 45 Zloty sollen internationale Alben künftig kosten.
Zur „Ludzka Cena“-Kampagne (faire Preise) werden nicht nur Katalogware, sondern auch Veröffentlichungen aus dem aktiven Repertoire zählen. „Das war ein logischer Schritt, wenn sich CDs nicht verkaufen lassen und die Kunden die bestehenden Preise nicht akzeptieren“, erklärte Andrzej Puczynski, President der polnischen Universal-Niederlassung. „Wir haben anderthalb Jahre mit unserer Zentrale verhandelt, bis wir schließlich grünes Licht für unsere Pläne bekommen haben“, so Puczynski im „Warsaw Business Journal“. Universal Music hatte seine Handelsabgabepreise zuletzt in Deutschland und in den USA gesenkt.
Bei den Mitbewerbern beobachtet man die Preissenkungen genau, bleibt aber vorerst skeptisch. „Dieses Experiment schauen wir uns genau an“, gesteht Jacek Jaglowski, President von Sony BMG Polen. Doch vor der Nachahmung will er erst die finanziellen Auswirkungen der Rabattaktion abwarten. „Derzeit kann ich unsere Zentrale noch nicht davon überzeugen, dass wir mit einem solchen Schritt mehr Umsatz machen würden.“ Zudem beklagt Jaglowski, dass Universal das Projekt im Alleingang angeht, anstatt eine branchenübergreifende Kampagne zu initiieren.
Ähnlich sieht das auch Piotr Kabaj, Chef der polnischen EMI-Zweigstelle, der zudem anmahnt, dass derartige Preissenkungen nur im Einklang mit den Künstlerverträgen gestartet werden können. Bei EMI sehe er da Schwierigkeiten. Der polnische Markt ist zwischen 2001 und 2004 von 24,8 auf nur noch 12,4 Mio. verkaufte Einheiten geschrumpft. Zahlen für 2005 liegen derzeit noch nicht vor. Als Ursache gilt neben den hohen Preisen vor allem die Konkurrenz durch Raubkopien.





