Recorded & Publishing

Universal Music macht die zwölf Milliarden voll

Die Universal Music Group legte im Geschäftsjahr 2025 nach Umsätzen und operativen Erträgen zu. Das zeigt die Bilanz des Musikkonzerns, die Sir Lucian Grainge präsentierte. Akzente setzen dabei eine Neubewertung von Beteiligungen und physische Umsatzsprünge im Weihnachtsquartal. Die zwischenzeitlich geplante Zweitplatzierung der UMG-Aktien an einer US-Börse schiebt man derweil auf.

„2025 war ein weiteres herausragendes Jahr für die UMG – kreativ, kommerziell und strategisch“, sagte Sir Lucian Grainge, als er am 5. März 2026 zu Handelsschluss an der Euronext in Amsterdam die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegte. Man habe in allen Bereichen „echte und messbare Fortschritte erzielt“, ergänzte der Chairman & CEO der Universal Music Group (UMG), und nannte dazu Fortschritte im sogenannten „Streaming 2.0“, den Ausbau von Dienstleistungen für Künstler:innen und Labels sowie von Superfan-Initiativen, verwies aber auch darauf, dass der Konzern „eine Vorreiterrolle“ beim verantwortungsvollen Einsatz von KI eingenommen habe: „Das Ergebnis ist ein stärkeres, besser vernetztes und wachsendes Ökosystem, das unseren Künstler:innen und Songwritern größere Chancen eröffnet und langfristigen Wert für unsere Aktionäre schafft“, fasste Grainge zusammen.

UMG-CFO Matt Ellis schob nach, dass man „optimistisch auf den Start ins Jahr 2026“ blicke, nachdem man unter anderem „die Übernahme von Downtown Music und die Investition in Excel Entertainment abgeschlossen“ habe: „Unser Fokus liegt darauf, nachhaltige Renditen für alle unsere Stakeholder zu erzielen.“

Von Anfang Januar bis Ende Dezember 2025 erzielte die UMG konzernweite Umsätze in Höhe von 12,507 Milliarden Euro. Das entsprach einem Umsatzplus von 5,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Wechselkursschwankungen lagen die Zuwächse bei 8,7 Prozent. Damit kam der Musikkonzern allerdings bei den bereinigten Werten nicht ganz an die zuletzt vorgelegten Zuwachsraten heran, die im Vorjahr 2024 bei 6,5 Prozent und zum Halbjahr 2025 gar bei 11,8 Prozent lagen.

Bei den EBITDA-Vorsteuergewinnen legte die UMG derweil im Geschäftsjahr 2025 deutlicher zu: Im Vergleich zu den zwölf Monaten des Vorjahres ging es um 8,8 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 12,2 Prozent rauf auf 2,538 Milliarden Euro.

Die operativen Erträge wuchsen prozentual zweistellig um 12,6 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 16,6 Prozent auf 1,998 Milliarden Euro.

Unterm Strich indes meldet der weltweite Marktführer im Musikgeschäft ein den Anteilseignern zuzurechnendes Nettoergebnis in Höhe von 1,533 Milliarden Euro – und liegt damit um gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert von 2,096 Milliarden Euro. Allerdings, so heißt es in der Bilanz, sei dieser Abschlag vor allem auf eine Neubewertung von Beteiligungen des Konzerns zurückzuführen, wobei man explizit Spotify und Tencent Music Entertainment nennt.

Rechnet man diese Sondereffekte ebenso heraus wie zum Beispiel die steuerlichen Auswirkungen von aktienbasierten Vergütungsmodellen, so sei das bereinigte Nettoergebnis im Vorjahresvergleich um sieben Prozent auf 1,782 Milliarden Euro gewachsen.

Einzelne Highlights zeigt die Bilanz auch abseits der Zuwächse im Streaming zum Beispiel für die Entwicklung im physischen Geschäft mit Recorded Music: Hier wuchsen die weltweiten Umsätze des Musikkonzerns im vierten Quartal um 14,4 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 21,3 Prozent auf 524 Millionen Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wuchsen die Einnahmen aus dem Verkauf von Tonträgern um 8,6 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 11,4 Prozent auf 1,475 Milliarden Euro.

Eine zwischenzeitlich vorangetriebene Zweitplatzierung ihrer Aktien an einer Börse in den USA schiebt die UMG derweil zunächst einmal auf: Zwar hatte der Musikkonzern die dafür nötigen Papiere bereits bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht. Nun aber, so heißt es im Kleingedruckten der Mitteilung zu den Jahreszahlen, habe der Verwaltungsrat entschieden, dass der Zeitpunkt für eine US-Börsengang angesichts von Marktunsicherheiten und daraus resultierenden „erheblichen Bewertungsschwankungen“ nicht geeignet sei. „Sollte sich das ändern, wird das Unternehmen dies umgehend mitteilen.“