Recorded & Publishing

Universal Music & Downtown: Impala will EU-Entscheid unters Mikroskop legen

Gut zehn Wochen haben sich die Kartellwächter der Europäischen Kommission genommen, um ihren Abschlussbericht zur Übernahme der Downtown-Firmenfamilie durch die Universal Music und deren Virgin-Tochter zu veröffentlichen. Der Impala-Verband kündigt an, das Papier eingehend prüfen zu wollen.

Zum Start in das zurückliegende Wochenende räumten die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission noch schnell den Schreibtisch auf: Am Freitagabend, kurz nach 19.00 Uhr, gaben sie per Rundschreiben bekannt, den Abschlussbericht zur Übernahme von Downtown Music durch Universal Music veröffentlicht zu haben. Auf den Onlineseiten der EU findet sich nun ein gut 150 Seiten starkes Papier zur Entscheidung, ergänzt um 25 Seiten zu den vereinbarten Zugeständnissen (pdf). Ganz vom Tisch ist die Geschichte damit aber noch nicht, auch wenn die beteiligten Parteien nach dem grünen Licht aus Brüssel schnell Vollzug meldeten.

Das wurde am 27. April deutlich, als – einen Werktag später – Helen Smith als Vorstandsvorsitzende des Impala-Verbands ankündigte, die vorliegende Entscheidung wie schon Mitte Februar in Aussicht gestelltnun einmal gründlich prüfen zu wollen: Die Veröffentlichung des Papier sei „ein wichtiger Schritt im Verfahren! und ermögliche es „interessierten Dritten“ wie dem Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas, „die öffentliche Fassung der Entscheidung einzusehen, um den Ablauf und die Gründe für das Endergebnis der EU-Kommission zu beurteilen“.

Die Veröffentlichung so eines Papiers brauche immer Zeit, erläuterte Smith und verwies darauf, dass sich „die beteiligten Unternehmen und die EU-Kommission einigen müssen, welche Informationen als Geschäftsgeheimnis geschwärzt werden sollen“. Bei den Indies, so ergänzte Smith, hoffe man, „dass die Schwärzungen angemessen“ seien: „Wir werden die Entscheidung nun eingehend prüfen können.“

Anstelle von geschwärzten Texten und Tabellen arbeitet das EU-Papier indes mit ausgeblendeten Partien: So finden sich zum Beispiel beim Blick auf die Marktanteile der beteiligten Unternehmen und verschiedener Mitbewerber im Musikgeschäft in Europa sowie in Österreich und den Niederlanden – von wo aus die Untersuchung des Mergers zunächst angeschoben wurde – Näherungswerte statt konkreter Prozentangaben.