Recorded & Publishing

Universal liebäugelt mit Abschied von DRM

Die Debatte über Für und Wider von DRM setzte sich auch auf der Jahrestagung des US-Händlerverbands NARM fort. Universal Music ließ dabei durchblicken, dass man die Kopierschutzfreiheit nicht mehr ausschließt. Sony BMG hingegen bleibt unbeeindruckt.

Die Debatte über Für und Wider von DRM setzte sich nun auch auf der Jahrestagung des US-Händlerverbands NARM fort. Universal Music ließ dabei durchblicken, dass man die Kopierschutzfreiheit à la EMI zumindest nicht mehr ausschließt.

Amanda Marks, Executive Vice President von Universals Digitalabteilung eLabs, warf diversen Technologiefirmen vor, in der DRM-Frage zu wenige Fortschritte zu machen. Daher neige man bei Universal dazu, im Rahmen von Feldversuchen auf den Einsatz von DRM-Systemen zu verzichten. Marks bestätigte somit zwischen den Zeilen die Gerüchte, wonach Universal-Repertoire zumindest in eingeschränktem Umfang schon bald als ungeschützte Downloads angeboten würden.

Die Verantwortlichen bei Sony BMG hingegen bleiben unbeeindruckt. Thomas Hesse, Head of Global Digital Business und Vertriebschef in den USA, sieht derzeit keine Alternative zu digitalen Kopiersperren. „Wir haben das Thema DRM und Interoperabilität noch nicht abgeschrieben“, sagte Hesse in Chicago. „Wenn sich für die Interoperabilität von DRM verabschieden muss, ist das nicht die richtige Entscheidung. Wenn man danach wieder in ein geschütztes Umfeld zurück will, wird es schwer.“

Die Branche habe im Jahr 2006 rund 400 Millionen Dollar Umsatz im physischen Tonträgergeschäft eingebüßt aber nur 200 Millionen Dollar im Digitalgeschäft hinzugewonnen. Daher bedürfe es künftig noch mehr verschiedener Produktkonfigurationen mit unterschiedlich gestaffelten Preisen. In diesem Punkt stimmte auch Amanda Marks zu, die die Notwendigkeit für ein Tonträgerformat in der Preisklasse zwischen 99 Cents und zehn Dollar unterstrich.

Unterdessen verteidigte Barney Wragg, der Digitalchef von EMI, die Entscheidung seiner Firma zum DRM-Stopp. „Die Branche hat sich doch selbst in eine Ecke manövriert, in der sie es nicht mehr aushält. Und gleichzeitig kommt alles, was auf CD erscheint, ohne DRM auf den Markt.“

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