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Universal hält bei VoD inzwischen die Hand auf

Universal Music hat seine Ankündigung wahr gemacht und bittet Online-Anbieter seit Anfang des Monats für die Übertragung von Videoclips aus dem Universal-Katalog zur Kasse. Zumindest die, die bezahlen – AOL und Yahoo! entfernten stattdessen ihre Clips aus Universal-Beständen vorerst aus ihren Diensten.

Die Universal Music Group (UMG) hat ihre Ankündigung wahr gemacht und bittet Online-Anbieter seit Anfang des Monats für die Übertragung von Videoclips aus dem Universal-Katalog zur Kasse. Zumindest die, die bezahlen – AOL und Yahoo! entfernten stattdessen ihre Clips aus UMG-Beständen vorerst aus ihren Diensten. AOL Music sperrte sein komplettes Cliparchiv von UMG-Künstlern, bei Yahoo! Music wurden indes nur aktuelle Titel verbannt – offenbar hat das Portal einen älteren Sonderdeal für Katalogrepertoire.

Von den großen Portalbetreibern, die im letzten Jahr gut acht Mio. Videoclips streamten, schloss einzig das Microsoft-Angebot Music.MSN.con einen Vertrag mit Universal. Die Konditionen sind nicht bekannt, doch Insider munkeln, UMG-Chef Doug Morris verlange einen Cent pro Videostream und einen Anteil an den Werbeerlösen. Zudem heißt es, Universal verhandle weiter mit den anderen Portalen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Marktführer ihre Streamingdienste zu Testzwecken vorerst ohne Repertoire von Universal weiter betreiben wollen.

Universal setzt damit als erster Major aktiv ein VoD-Bezahlmodell um und will sich so eine neue Einnahmequelle erschließen. Videos, die den Musiksendern von der Industrie seit Jahren als Werbemittel kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, sollen dadurch im Internet wieder zum bezahlten Inhalt werden. Bisher verfolgte die Branche bei VoD-Inhalten unterschiedliche Strategien und bot Inhalte z.B. im Austausch gegen Werbefläche an.

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