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Universal-Chef Morris will vorerst keine iTunes-Preiserhöhung

Die Entscheidungsfindung über das für alle Beteiligten passende Preismodell im iTunes Music Store findet weiterhin in der Öffentlichkeit anstatt am Verhandlungstisch statt. Nach Warner, Apple und EMI meldet sich nun auch Universal zu Wort.

Die Entscheidungsfindung über das für alle Beteiligten passende Preismodell im iTunes Music Store findet weiterhin in der Öffentlichkeit anstatt am Verhandlungstisch statt. Nach Warner, Apple und EMI meldet sich nun auch Universal zum Thema „Sind 99 Cents pro Song genug?“ zu Wort. Doug Morris, Chairman der Universal Music Group, ist dabei der erste namhafte Player, der in diesem Streit eine vermittelnde Rolle einnimmt. Eine variable Preisgestaltung beim marktdominierenden Downloadhändler sei unausweichlich, findet Morris. Doch er will sich dafür noch etwas Zeit lassen. „Wie man überall lesen kann, wollen derzeit eine Menge Leute höhere Preise. Aber wir haben beschlossen, dass wir vorerst bei den aktuell gültigen Preisen bleiben wollen. Aber natürlich wollen wir die Möglichkeit haben, unsere Preise flexibel zu gestalten.“

Bei dem derzeitigen Anteil von vier bis fünf Prozent für das Downloadgeschäft, fehle es dem jungen Markt noch an Durchzugskraft, meint Morris. „Wir wollen nämlich mit einer Preiserhöhung nicht riskieren, dass die Fans wieder zur Piraterie zurückkehren.“ Mittelfristig führe jedoch kein Weg an einem abgestuften Modell vorbei. „Da ist es nur noch die Frage, wer zuerst umfällt.“

Eine ähnliche Position vertrat Ted Cohen, Experte für alles Digitale bei EMI, im Rahmen des Kongresses In The City, wo er es als „entscheidend“ bezeichnete, dass die Preise im Downloadgeschäft variabler werden. Bei der Veranstaltung in Manchester trat Apple als Hauptsponsor auf und musste sich im Laufe der Diskussionsrunden viel Kritik anhören. Unter anderem wetterte TVT-Chef Steve Gottlieb gegen den Computerhersteller: Der iTunes Music Store sei eine einzige Mogelpackung, weshalb er Verkaufslizenzen komplett verweigere.

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