Doug Morris, Chairman & CEO der weltweiten Geschäfte der Universal Music Group, hält Hits und Stars weiterhin für die wichtigsten Triebfedern des Musikgeschäfts, die schiere Unternehmensgröße spiele dagegen keine entscheidende Rolle. Diese aus Sicht des Weltmarktführers im Tonträgergeschäft recht wohlfeile Ansicht verriet Morris in einer seiner seltenen öffentlichen Äußerungen, einem Gespräch mit der Agentur Reuters.
„Da mögen die meisten anderer Ansicht sein, aber ich glaube nicht an die entscheidende Bedeutung der Unternehmensgröße“, meinte Morris im Hinblick auf den Bieterwettstreit zwischen EMI und Warner. „Der einzige Vorteil von Größe ist, mehr Veröffentlichungen über verschiedene Kanäle in den Markt drücken zu können, aber das kann man auch mit guter Unternehmensführung und organischem Wachstum erreichen.“ Angesichts enormer Sparzwänge sei es für große Konzerne am wichtigsten, kleiner zu werden.
Um künftig wettbewerbfähig zu bleiben, müsse die Musikwirtschaft diversifizierte Angebotsstrukturen schaffen und so neue Umsatzquellen erschließen, fasst Morris zusammen. Die Branche müsse sich mehr in Richtung Entertainment orientieren und dürfe sich nicht allein auf Tonträger konzentrieren. „Wir sind bereits dabei, unsere Geschäfte in den Bereichen TV und Movie zu erweitern“, sagte Morris. Dabei müsse Universal aber vorsichtig vorgehen, da das Unternehmen auf diesen Gebieten kein Spezialist sei.
Das geplante Engagement Microsofts im digitalen Musikgeschäft hält Morris für eine Bereicherung: „Es ist unglaublich wichtig, einen Mitbewerber zu haben“, sagte er. Zwar glaube er nicht, dass Apple Computer dies genauso sehe, aber Universal sei glücklich über mehr Wettbewerb im Digitalgeschäft. „Die Kunden wollen nun mal nicht nur einen Wal-Mart.“






