“Die Euro-Umstellung war, im Gegensatz zum Jahr-2000-Problem, ein Hammer“, erklärt PhonoNet-Geschäftsführer Wolfgang Geisel. „Es war nicht einfach, auf Industrie- und Handelsseite alle PhonoNet-Teilnehmer davon zu überzeugen, uns Euro-Preise zu melden oder das notwendige Update zu machen.“ Laut Geisel sei das Team von PhonoNet noch zwei Wochen „mit Telefonseelsorge“ beschäftigt.
Während es nach seinen Informationen bei Kunden der Warenwirtschaftssysteme (WWS) CashKit und PhonoCash kaum Probleme gab, mussten einige Händler mit eigenen Systemen intensiver betreut werden. Auch bei PhonoNet selbst habe es Probleme gegeben, allerdings „keine existenziellen“, wie er betont.
„Mit unserem WWS PhonoCash hatten wir keine Probleme“, berichtet Ralf Neumann, Geschäftsführer econobit. „Wir mussten nur wenige Telefonate mit ein paar Kunden führen.“ Dabei sei es vor allem um Informationen zum technischen Ablauf der Umstellung gegangen, weniger um aufgetretene Schwierigkeiten. „Wir stellten zwei Kunden bereits am 26. Dezember um, die anderen haben dann per Update die Anpassungen selbst durchgeführt.“ Vor dem Hintergrund der Euro-Einführung konnte das Unternehmen zudem Zuwachs bei der Zahl der WWS-Kunden verbuchen.
„Von unserer Seite haben wir die Euro-Einführung in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden erfolgreich gelöst“, sagt Bernhard Tillmanns, Geschäftsführer CashKit. Auch die Änderung des MediaPool-Clearing-Centers habe geklappt. Es wurden über 400 Installationen in Industrie und Handel sowie 28 Webshops umgestellt. „Auch das von uns technisch betreute aMM-Clearing ist unbeschadet ins Eurozeitalter gewechselt.“
Allerdings, so räumt er ein, sei es in Einzelfällen zu Schwierigkeiten gekommen, die die CashKit-Hotline jedoch zeitnah lösen konnte. „An Silvester und Neujahr stand das gesamte Service-Team den CashKit-Kunden zur Seite. Ich möchte unseren Kunden ein großes Lob aussprechen“, meint Tillmanns, der Einzelhandel sei mit der Anpassung und der gleichzeitigen Belastung durch Inventuren sehr gefordert.
„Aus unserer Sicht ist alles reibungslos gelaufen“, stellt Volker Croll, Mitglied der Geschäftsleitung bei Lerche in Stuttgart, fest. „Die Kunden waren verständig und geduldig.“ Bereits am 2. Januar hätten rund 20 Prozent mit Euro gezahlt. „Das hat mich positiv überrascht.“ Es gab aber auch Ausnahmen: Ein Paar wollte zum Beispiel zwei Maxi-CDs mit einem 500-Mark-Schein bezahlen. „Bei uns lief es sehr gut“, meint auch Albert Wagner von L&P Musics in Berlin. „Wir haben in einem Zug mit der Währungsumstellung ein neues WWS für unser Klassik-Geschäft und die Filiale im Märkischen Viertel eingeführt, Inventur gemacht und die Waren neu ausgezeichnet. Das hat zwar etwas länger gedauert, aber ich bin voll des Lobes.“






