Schon im Mai befürchtete der GDM-Fachverbandsvorsitzende Michael Huchthausen deshalb im : „Wenn sich nicht kurzfristig etwas ändert, wird das einige Existenzen kosten.“ Viel Spruchreifes ist seitdem nicht zu hören gewesen. Und deshalb sind auch die Klagen nicht verstummt. Allerdings bleiben die meisten Kommentare zur Branchenlage unspezifisch oder nicht zitabel. Es sind meist die anderen, denen es wirklich schlecht geht, und die im Vergleich zum Vorjahr geringere Stückzahlen oder schwächere Marktwerte zu vermelden haben sollen. Immer öfter kam in den vergangenen Wochen aber auch die Frage auf, ob die aktuelle Preisgestaltung noch die Realität eines schrumpfenden Markts spiegelt. Wie die aktuelle Umfrage von musikwoche.de zum Abschneiden im ersten Halbjahr und zum Ausblick auf die kommenden Monate zeigt, setzen inzwischen viele Unternehmer auf Produkte jenseits der klassischen CD: Die DVD beschert dem Handel Zuwächse, die zumindest zum Teil die CD-Absätze aufzufangen scheinen, aber auch lokale Kooperationen oder der verstärkte Einsatz von Merchandising-Produkten können helfen. Wenn die Hersteller jetzt noch mit interessanten Neuveröffentlichungen und vielleicht mittelfristig erfolgversprechenden Ideen wie der Two-Track-Single oder Premium-Produkten reüssieren, lässt sich vielleicht auch mit Musik wieder etwas verdienen. Vor der anstehenden Popkomm., zu der auch der Bundesverband Phono seine Halbjahresbilanz präsentiert, kann die Branche allerdings kaum noch mit Belebung rechnen.
Umfrage zur Lage der Branche im ersten Halbjahr
Unter der hand waren die Klagen der gesamten Branche selten so deutlich zu vernehmen wie in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Währungsumstellung, Kaufunlust, Piraterie und die vielen erst zum Herbst erscheinenden Top-Produkte machen den meisten das Leben schwer und drängen wohl manchen aus dem Geschäft.





