“Wir halten uns auf Vorjahresniveau, also ziemlich weit unten“, stellt Klaus Georg Siemer von SiTo aktiv Musik in Lüneburg fest. „Es gibt zwar mehr Neuheiten als zu Jahresbeginn 2000, aber die bringen uns nicht viel.“ Die Kunden zeigen sich im Umgang mit dem Euro zurückhaltend: „Die ersten drei Tage nach der Umstellung lief das Geschäft gut, danach haben die Kunden gemerkt, dass der Euro schnell ausgegeben ist.“ Deshalb sei das Geschäft zum Monatsende „mau“ gewesen.
„Das ist bei uns nicht anders als überall in Deutschland“, schätzt Steffen Ullmann, Inhaber des Musikmarkt Westend in Grimma. „Ich mache relativ viel Werbung, wenn auch nicht über Gebühr, aber so richtig hilft es derzeit nicht.“ Hoffnungen setzt Ullmann unter anderem auf den Valentinstag: „Dieses Datum haben wir früher nicht für voll genommen, da es den Termin in der DDR so nicht gab.“ In den vergangenen Jahren habe er aber festgestellt, dass an diesem Tag viele CDs verschenkt würden.
„Wir bemerken eine Zurückhaltung der Kunden“, meint Federico Pruss, Abteilungsleiter Tonträger bei Schaulandt in Braunschweig: „Die Verbraucher sind vor allem von den vielen Berichten über Preiserhöhungen im Rahmen der Euro-Umstellung verunsichert.“ Aus dieser Situation resultieren laut Pruss auch die starken Schwankungen und Sprünge in den aktuellen Charts.
„Die ersten 14 Tage lagen wir im Vergleich zum Vorjahr richtig gut, zum Monatsende hat sich das aber egalisiert“, erklärt Detlev Uhlitzsch, Inhaber von Soundeck aktiv in Bad Segeberg. „Richtig zufrieden kann ich damit nicht sein.“ Als Grund für das verhaltene Geschäft nennt auch Uhlitzsch die Euro-Umstellung. Das dritte schwierige Jahr für den Mittelstand in Folge befürchtet Reiner Domaradzka, Inhaber von Scheibenhonig aktiv in Cuxhaven: „Dabei hätten die ersten paar Tage mehr versprochen, danach war es sehr ruhig.“ Selbst Preismarketingaktionen würden nicht mehr richtig ziehen. „Ich glaube nicht, dass es besser wird“, meint Domaradzka. „Das Kopierproblem hat noch niemand in den Griff bekommen, und für ältere Kunden erscheinen derzeit nicht genügend hochkarätige Veröffentlichungen.“






