Recorded & Publishing

UK-Logistikfirma hievt physische Bandcamp-Verkäufe in die Charts

Mit der The Pack Smart Group meldet ein britischer Fulfilment-Dienstleister, dass man die hier bearbeiteten Verkäufe von Tonträgern unabhängiger Acts über Bandcamp künftig an die Charts-Ermittler der Official Charts Company melden könne.

Mit den regelmäßig durchgeführten Aktionstagen unter dem Motto „Bandcamp Friday“ hat sich der Marktplatz in der Indie- und DIY-Szene einen Namen gemacht und allein 2025 grenzübergreifend für ein Handelsvolumen von über 19 Millionen Dollar gesorgt.

Nun meldet die The Pack Smart Group, dass man von der Official Charts Company eine Zulassung als Charts-Melder erhalten habe: Die via Bandcamp generierten und über die Logistikfirma aus Coventry abgewickelten Tonträgerverkäufe könnten somit künftig in die UK-Charts einfließen – „finally“, wie das Unternehmen in einem Beitrag bei Instagram betont.

„Über viele Jahre hinweg wussten Artists, die Vinyl und andere physische Tonträger direkt über Bandcamp an ihre Fans verkauften, dass viele dieser Sales nicht in den Charts berücksichtigt wurden“, heißt es dort. „Wir freuen uns sehr, dass diese Änderung dafür sorgt, dass Direktkäufe an Fans nun auch offiziell in die Chartplatzierungen einfließen können.“

Das britische Branchenblatt „Musicweek“ griff die Geschichte zuerst auf, unterstrich, dass physische Bandcamp-Verkäufe damit erstmals chartsfähig würden und spekulierte bereits über einen möglichen „Boost“ für Bandcamp-Artists in den britischen Charts, vor allem bei Genre-Hitlisten wie Rock und Metal- oder bei Jazz und Blues.

In Deutschland heißt es in der Systembeschreibung für die Offiziellen Deutschen Charts im Unterpunkt „Händlerbreite“, dass sich für die Charts nur solche Singles beziehungsweise Alben qualifizieren, die „Verkaufsmeldungen von mindestens drei Händlergruppierungen auf sich vereinigen können“.