Der britischen Live-Zunft könnte es derzeit kaum besser gehen. Nimmermüde Rockgrößen wie The Rolling Stones und The Police sowie zahlreiche Sommerfestivals bescheren der Branche den Ausblick auf goldenen Zeiten, erklärt Live-Nation-Manager Stuart Galbraith im Gespräch mit „BBC News“.
„Ich habe die Livemusik-Szene in Großbritannien noch nie so lebendig erlebt wie in diesen Tagen“, resümiert Galbraith, der auf der Insel als Managing Director für den Live-Entertainment-Giganten fungiert und nun seit fast 30 Jahren in der Branche tätig ist. Im Wesentlichen seien dafür zwei Gründe auszumachen, so Galbraith: Musik sei allgemein für immer breitere Bevölkerungsschichten ein wichtiges Thema, außerdem sei die Vielfalt und Vitalität der britischen Nachwuchsszene beispiellos.
Dazu kommt, dass die Technik den Umgang mit Musik massiv verändert hat, erläutert Marktbeobachter Charlie Presburg vom US-Magazin „Pollstar“. „MySpace, YouTube und Künstler-Webseiten haben die Fans näher an die Künstler gebracht, und die Fans nehmen das dankbar an.“ Zudem rekrutierten sich die Konzertbesucher zunehmend aus allen Altersschichten. „Die Altersspanne liegt buchstäblich zwischen acht und 88, und für jede diese Altersgruppen gibt es einen aktiven Markt.“
Als besonders lebendig offenbare sich dabei die Festival-Szene. Neben den etablierten Veranstaltungen wie Glastonbury, Reading und T in the Park böten auch Events wie Connect, Fflam oder Latitude mittlerweile hochklassige Line-ups mit Acts wie Primal Scream, Manic Street Preachers oder Arcade Fire an. Mit Erfolg. „In den vergangenen fünf oder sechs Jahren sind die Ticketverkäufe in den Himmel geschossen, die Karten verkaufen sich schneller, und es gibt mehr Festivals in UK und Europa“, berichtet Presburg. Man müsse nur aufpassen, dass sich der Markt nicht übersättige. Es gebe inzwischen kaum ein Wochenende zwischen Juni und August mehr, an dem kein Festival stattfinde. „Langsam wird es vielleicht etwas zu voll.“






