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TVT geht nahezu leer aus

Der Rechtsstreit zwischen TVT Records, Lyor Cohen und der Island Def Jam Group scheint endgültig abgeschlossen. Ein Gericht lehnte nun ein erneutes Revisionsgesuch von TVT ab. Damit erhält die Firma statt einer Multimillionenabfindung nur 126.720 Dollar Entschädigung.

Der Rechtsstreit zwischen TVT Records, Lyor Cohen und der Universal-Repertoiredivision Island Def Jam (IDJ) scheint endgültig abgeschlossen. Ein Berufungsgericht lehnte nun ein erneutes Revisionsgesuch von TVT ab. Damit erhält die Independentfirma statt einer Multimillionenabfindung nur 126.720 Dollar Entschädigung wegen Vertragsbruchs. Das Verfahren zieht sich schon seit rund drei Jahren hin. Ursprünglich sollte TVT nach einem ersten Richterspruch Schadensersatz in Höhe von 132 Mio. Dollar erhalten, in den Folgeinstanzen wurde diese Summe immer weiter reduziert, bis am Ende nur noch eine Minimalforderung von TVT übrigblieb.

Der Indie warf dem Majorlabel und seinem damaligen Chef Lyor Cohen vor, sich unerlaubt in die Geschäfte von TVT eingemischt und das Label in betrügerischer Absicht hintergangen zu haben. Cohen war nach dem ersten Urteil mit einer persönlichen Geldstrafe von 56 Mio. Dollar belegt worden, später waren es nur noch drei Mio. Nun geht er straffrei aus und gilt als rehabilitiert.

Die Ursache des Streits liegt schon Jahre zurück: Rapper Ja Rule war ursprünglich von TVT als Mitglied der Formation Cash Money Click unter Vertrag genommen worden und wechselte später als Solist zu IDJ. Da Ja Rule im Jahr 2001 mit seiner alten Formation noch einmal ein Album auf TVT aufnehmen wollte, verhandelten die beiden Labels – und man einigte sich. Zehn Monate später widerriefen IDJ und Cohen das Abkommen, was TVT zum Gang vor Gericht bewog.

Was die Ablehnung der Revision nun für TVT bedeutet, lässt sich nur schwer abschätzen. Die 126.720 Dollar werden bei weitem nicht einmal die Prozess- und Anwaltskosten decken.

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