Recorded & Publishing

Tower Records vor dem Aus?

Mindestens drei der großen Plattenfirmen haben offenbar die Lieferung von Tonträgern an die US-Fachhandelskette Tower Records eingestellt, nachdem das Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr beglichen hat.

Mindestens drei der großen Plattenfirmen haben offenbar die Lieferung von Tonträgern an die US-Fachhandelskette Tower Records eingestellt, nachdem das Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr beglichen hat. Laut US-Medienberichten haben Universal, Warner und EMI den Lieferstopp inoffiziell bestätigt. Und auch von Sony BMG bekommt die Taditionsfirma mit Sitz in Sacramento Insiderangaben zufolge keine CDs mehr. Ein offizielles Statement gibt es bisher allerdings weder von Tower Records noch von einem der vier Majors.

Wie die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf Branchenquellen berichtet, habe die Tower-Führung die Musikfirmen Anfang der Woche darüber informiert, dass das Unternehmen die ausstehenden Rechnungen nicht bezahlen werde. Insider und Analysten sind sich allerdings nicht einig, ob dies als Anzeichen für eine Zahlungsunfähigkeit von Tower Records gedeutet werden kann oder ob die Firma auf diesem Weg versucht, bessere Konditionen mit den Plattenfirmen auszuhandeln. Sollte die Blockade länger anhalten, könnte Tower Records jedoch gezwungen sein, seine 89 Filialen zu schließen.

Erst vor kurzem hatte Insolvenzspezialist Joe D’Amico den bisherigen Geschäftsführer Allen Rodriguez als President & CEO von Tower Records abgelöst. D’Amico sollte vor allem einen seit längerer Zeit anstehenden Verkauf der Kette vorantreiben. Seit Februar sucht die Traditionsfirma zusammen mit der Investmentbank Houlihan Lokey Howard & Zukin nach potenziellen Käufern. Nach einem Gläubigerschutzverfahren im Jahr 2004 befindet sich Tower Records im Mehrheitsbesitz eines Konsortiums von Geldgebern.

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